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Mit Kindern über den Tod sprechen

Mit Kindern über den Tod sprechen

Auf Kinderfragen zum Sterben und zum Tod Antworten zu finden, stellt Erwachsene nicht zuletzt aufgrund der eigenen Betroffenheit oft vor große Herausforderungen. Die ehrliche Auseinandersetzung mit diesen Fragen ist aber nicht nur wichtig, damit Kinder einen natürlichen Umgang mit dem Thema entwickeln und persönliche Verluste besser bewältigen, sie kann auch den Erwachsenen bei der Trauerbewältigung helfen.

Auch wenn Kinder beim Tod einer nahestehenden Person vielleicht so wirken, als würde es sie nicht weiter tangieren: Der Verlust geht keineswegs spurlos an ihnen vorüber, oft sind Ängste und auch Schuldgefühle damit verbunden.
Alltägliche Rituale und normale Tagesabläufe tragen dazu bei, Zuverlässigkeit, Ruhe und Sicherheit zu vermitteln. Bei allem Streben nach Vermittlung von Sicherheit und Normalität sollte allerdings das Gespräch über die verstorbene Person und die mit deren Verlust verbundenen Emotionen nicht zu kurz kommen.
Kinder dürfen keine Scheu entwickeln, darüber zu sprechen. Sie dürfen keine Angst haben, ihr Umfeld mit Fragen zum Tod oder zur verstorbenen Person traurig zu machen. Nur wenn sie traurige Gefühle und das Sprechen darüber als etwas Selbstverständliches erleben, können sie ihre Trauer und die damit verbundenen Ängste bewältigen.

Möglichst einfach und kurz antworten

Unbekanntes macht Angst, daher sollte man Kindern den Tod altersadäquat mit klaren, verständlichen Worten erklären. Meist reichen ein bis zwei einfache Sätze.
Auf die Frage, was beim Sterben passiert, kann man zum Beispiel antworten: „Der Körper hört auf zu arbeiten: Das Herz schlägt nicht mehr und man hört auf zu atmen.“
Auf die Frage, ob Verstorbene wiederkommen, ist eine mögliche Antwort: „Nein, wenn jemand stirbt, kann er nicht mehr zurückkommen.“

Nicht umschreiben oder beschönigen

Auch wenn es manchmal schwerfällt: Ehrlichkeit schafft Vertrauen und erleichtert das Gespräch. Natürlich sollen Kinder nicht durch allzu drastische Schilderungen und Aussagen verängstigt werden. Trotzdem ist es wichtig, Dinge auch beim Namen zu nennen.
Mit beschönigenden Formulierungen, wie: „Opa ist für immer eingeschlafen“, „Er ist von uns gegangen“ oder „Er ist auf eine Reise gegangen“ erreicht man das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen möchte. Solche Bilder schüren die Angst vor alltäglichen Dingen: Kinder trauen sich nicht mehr einzuschlafen, weil sie Angst haben nicht mehr aufzuwachen. Sie wollen geliebte Menschen nicht mehr weggehen lassen oder haben Angst, wenn diese auf eine Reise gehen, weil sie darin einen endgültigen Abschied befürchten.

Jede Frage ist erlaubt

Kinder müssen das Gefühl haben, jede Frage stellen zu dürfen. Denn hinter ganz vielen Fragen steckt nicht nur Neugier, sondern auch eine Emotion, wie etwa die Angst vor dem Verlust weiterer geliebter Menschen oder vor dem eigenen Tod.
Auf die Frage „Muss ich auch sterben?“ könnte die Antwort lauten: „Ja, alle Menschen sterben. Aber meistens erst, wenn sie sehr alt sind.“
Wird gefragt „Musst du auch sterben?“, wäre eine mögliche Antwort: „Ja, ich muss auch einmal sterben. Aber jetzt bin ich gesund und werde noch lange bei dir bleiben.“
Kommt eine Frage wie „Tut Sterben weh?“, kann man darauf ganz ehrlich antworten: „Manchmal tut es weh. Aber Ärztinnen sorgen dafür, dass es nicht so schlimm ist.“

Den Gedanken der Kinder Raum geben

Dass jede Frage erlaubt sein muss, heißt nicht, dass man auch auf jede Frage eine Antwort haben muss. In solchen Fällen kann man das Kind fragen, was es selbst dazu denkt.
Auf die Frage „Wo ist Urli jetzt?“ kann man zum Beispiel antworten: „Ich weiß es nicht. Manche Menschen glauben, dass ihre Seele im Himmel ist. Was denkst du?“
Gegenfragen wie diese oder „Was hast du schon gehört?“, „Wie stellst du dir das vor?“, „Macht dir etwas daran Sorgen?“, helfen nicht nur, Zeit zu gewinnen, sondern auch, das Denken des Kindes besser zu verstehen und es nicht mit Informationen zu überfordern.
Kinder zeigen selbst, was sie begreifen und wie viel sie wissen wollen. Oft werden Fragen sogar deshalb gestellt, um eigene Ideen und Vorstellungen loszuwerden bzw. besser einordnen zu können.

Traurig sein ist erlaubt

Kinder lernen durch Beobachtung. Indem man seine Trauer artikuliert, z.B. durch Aussagen wie „Ich bin traurig, weil ich Urli vermisse“ oder „Ich habe Urli liebgehabt, deswegen bin ich traurig und manchmal sogar wütend“, wird das Kind dazu ermutigt, seine eigenen Gefühle zuzulassen und auch darüber zu sprechen.
Bei aller Traurigkeit darf man allerdings nie vergessen: Natürlich sind auch unbeschwertes Lachen und Spielen erlaubt! Das ist kein Zeichen von mangelnder Betroffenheit oder Respektlosigkeit, sondern ebenso wie Trauer oder Wut ein Teil des natürlichen Umgangs mit dem Verlust. Das gilt übrigens auch für trauernde Erwachsene.

Welche Frage auch immer kommen mag: Kinder brauchen keine perfekten Antworten, sondern verlässliche, liebevolle und ehrliche Begleitung. Sie brauchen Menschen, die da sind, ihnen zuhören, auf ihre Fragen und Gefühle eingehen, dabei aber auch ihre eigenen Gefühle zulassen und dem Kind gegenüber ausdrücken. Ein „Du bist nicht allein – wir passen auf dich auf und sind für dich da!“, eine Umarmung, gemeinsames Weinen und auch Lachen helfen bei der Verlust- und Angstbewältigung.

Kinder und ihr Verständnis vom Tod

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Fingerspiele als Training für Alt und Jung

Fingerspiele als Training für Alt und Jung

Einfach, aber umso wirksamer: Fingerspiele sind ein wertvolles Instrument in der Förderung der ganzheitlichen Entwicklung von Kindern. Jede lebendig gestaltete Wiederholung eines noch so banal wirkenden Reims ist ein Booster für die kindliche Entwicklung. Das Spiel mit Stimme und Bewegung macht nicht nur Spaß, sondern auch ganz viel Sinn.

Indem die Kinder zuhören, zuschauen und versuchen, das Gesehene und Gehörte nachzuahmen, wird nicht nur ihre Sprachentwicklung gefördert, auch Feinmotorik, Konzentration und Koordinationsfähigkeit werden trainiert. Und auch die Großeltern profitieren! Denn mit den wiederholten koordinierten Handbewegungen trainieren sie gezielt die Beweglichkeit, Kraft und neuronale Ansteuerung der Finger.

Sprachförderung

Mit Fingerspielen kann der Wortschatz der Kinder ganz einfach und spielerisch erweitert werden. Die Verwendung von Reimen und das mehrfache Wiederholen helfen dabei, die neuen Begriffe besser im Gedächtnis zu behalten.
Und der gezielte Einsatz von Tonhöhe und Sprachmelodie verleiht der Fingerspiel-Geschichte nicht nur eine besondere Stimmung, die Kinder üben sich auch selbst in deren Verwendung. Und das alles, während sie ihre auditive Wahrnehmung trainieren.

Das Zählen mit den Fingern verankert nicht nur neue Wörter, sondern auch Zahlen in unserem Gehirn. Mit Fingerspielen wird das Kennenlernen von Zahlenreihen spielerisch vorbereitet.

Feinmotorik

Beim Nachmachen werden die Feinmotorik und Geschicklichkeit der Hände trainiert, die Kinder lernen, einzelne Finger gezielt einzusetzen. Dabei werden nicht nur Beweglichkeit und Stärke der Hände und Finger gefördert, gleichzeitig verbessert sich auch die Koordinationsfähigkeit von Auge und Hand. Die Kinder trainieren, bei Anderen Beobachtetes selbst umzusetzen. Sie üben den durch Sprache initiierten und auf Sprache abgestimmten Einsatz ihrer Hände.

Kognitive Entwicklung

Je mehr Sinne in den Lernprozess eingebunden sind, umso größer ist der Lerneffekt. Durch die Kombination von visuellen, auditiven und taktilen Reizen beim Fingerspiel werden nicht nur neue Begriffe oder Zahlen besser im Gehirn verankert, sondern die gesamte Konzentrationsfähigkeit und Leistungsfähigkeit des Gehirns verbessert.
Das mehrfache Wiederholen sorgt auch dafür, dass die Kinder logische Abfolgen wahrnehmen, erkennen und selbständig vorhersehen können.

Gemeinsam Erlebtes verbindet

Ganz nebenher fördern gemeinsame Fingerspiele auch noch das Gemeinschaftsgefühl, die Nähe zwischen den Generationen. Das gemeinsame Tun ein und derselben Sache und die Freude daran schaffen ein Gefühl der Verbundenheit.
Durch das Bewegen der Finger und das gemeinsame Nachsprechen der dazugehörigen Reime werden gemeinsam Geschichten erlebt. Und diese Geschichten kann man nicht nur jederzeit und überall wiederholen und erleben, sie vermitteln auch noch spielerisch Wissen, fördern die frühkindliche Entwicklung und regen die Phantasie an.

Eine dicke weiße Wolke,mit beiden Händen eine Wolke formen
die schwebt über unserem Haus.mit den Händen über dem Kopf ein Dach formen
Ich winke ihr und ruf ihr zu:winken und anschließend die Hände um den Mund legen
Komm Wolke, schüttle dich doch aus!die Hände schütteln)
Sie antwortet nicht, doch dann ganz leiseZeigefinger vor den Mund
machen sich dicke Tropfen auf die Reise.alle 10 Finger einzeln bewegen
Der erste Tropfen landet auf meinem Kopf.an den Kopf tippen
Der zweite frech auf meiner Nasenspitze.an die Nasenspitze greifen
Der dritte fliegt direkt auf meine Hand.eine Handfläche ausbreiten
Der vierte mitten in eine riesige Pfütze.Arme weit ausstrecken
Und der fünfte – nanu …Hände fragend mit den Handflächen nach oben seitlich ausstrecken
der landet ganz vorn auf meinem Schuh.eine Fußspitze in die Hand nehmen
Jetzt heißt es: Schnell in die
Regenjacke hinein!
Arme verschränken, dabei die Hände an den Oberarm legen
Ich will ja nicht von oben bis unten nass sein.Arme erst nach oben strecken, dann nach unten und dabei schütteln

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Heast Oida?!? – Jugendsprache verbindet

Heast Oida?!? – Jugendsprache verbindet

Der Dialektbegriff „Heast“, altbekannt als erstaunter Ausruf oder auch kritischer Einwurf, wurde 2024 zum österreichischen Jugendwort des Jahres gewählt. Das Wort „Oida“, Jugendwort des Jahres 2018, ist ebenfalls ein Dauerbrenner und über die Generationen bekannt. Andere Begriffe, wie das deutsche Jugendwort des Jahres 2025 „das crazy“, sind für Nicht-mehr-Jugendliche deutlich schwieriger zu verstehen.

Was ist Jugendsprache?

Jugendsprache bezeichnet die Art und Weise, wie junge Menschen miteinander sprechen und schreiben. Sie ist ein lebendiger Teil der Alltagssprache und spiegelt das Lebensgefühl und die Lebenswelt Jugendlicher wider.
Aus linguistischer Sicht gibt es nicht die eine Jugendsprache, sondern viele unterschiedliche Sprechweisen, die sich je nach Region, sozialem Umfeld und Interessen unterscheiden. Und all diese Sprechweisen verändern sich ständig: Wörter tauchen auf, verschwinden wieder oder bekommen neue Bedeutungen.

Woher kommen die wichtigsten Einflüsse?

Ein wesentlicher Motor jugendsprachlicher Entwicklung ist die Musik – allen voran Rap und Hip-Hop. Kaum ein anderes Genre arbeitet so intensiv mit Wortspielen, neuen Ausdrucksformen und bewussten Regelbrüchen. Dabei entstehen kreative Neuschöpfungen, die zugleich identitätsstiftend wirken.
Die Begriffe werden heute in Windeseile über soziale Netzwerke verbreitet. Was früher lokal begrenzt war, kann sich innerhalb weniger Tage weltweit durchsetzen. Diese Dynamik zeigt, wie stark Popkultur, Globalisierung und digitale Medien die Sprache junger Menschen prägen, und wie schnell sich neue Wörter, Formen und Bedeutungen ausbreiten.

Ein weiterer wesentlicher Einfluss kommt von Migrantensprachen. Das zeigt sich besonders in Großstädten, wo viele Sprachen aufeinandertreffen. Ganz selbstverständlich werden hier Ausdrücke aus anderen Sprachräumen und Kulturen aufgegriffen, mit Dialekt oder Umgangssprache vermischt und so neue Formen des Ausdrucks geschaffen.
Dieser Prozess ist nichts Neues. So haben zum Beispiel auch viele scheinbar typisch wienerische Begriffe ihre Wurzeln in anderen Sprachen. Der „Deschek“ stammt zum Beispiel aus dem Ungarischen, während die Wiener:innen das „Beisl“ und die „Palatschinken“ dem Tschechischen zu verdanken haben.

Warum ist Jugendsprache wichtig?

Jugendsprache dient jungen Menschen als bewusstes Mittel zur Abgrenzung von der Erwachsenenwelt. Indem Wörter neu gedeutet, kreativ kombiniert oder aus anderen Sprachen übernommen und mit neuen Bedeutungen versehen werden, hebt man sich vom Erwachsenenidiom ab. Man setzt diesem ganz Neues oder Altbekanntes in neuem Outfit entgegen, schafft eine eigene sprachliche Kultur und signalisiert damit nicht nur die Abgrenzung von Älteren, sondern auch die Zugehörigkeit zur jungen Generation.
Statt als Bedrohung für die Allgemeinsprache sollte Jugendsprache daher als Ausdruck von Kreativität, sprachlichem Spiel und Innovationsfreude verstanden werden, die weit über Sprache hinaus die Stärken junger Generationen sichtbar macht.

Sollen Erwachsene den Teen-Talk crashen?

Erwachsene, die nicht authentisch in ihrer Sprache kommunizieren, sondern krampfhaft Jugendwörter nutzen, wirken schnell cringe. Die aktuell gebräuchliche Jugendsprache ist allerdings sehr wohl ein Schlüssel zur Lebenswelt der Jugendlichen. Sie gibt Einblick in Stimmungen, Trends und Themen, die sie gerade bewegen. Ein Grundinteresse und -verständnis für ihre Sprache signalisiert außerdem Respekt und Interesse für sie als Individuen. Es kann die gegenseitige Vertrauensbasis stärken und den Zugang zu aktuellen Themen erleichtern.
Abgesehen davon hilft es, sprachliche Missverständnisse zu vermeiden. Wer Jugendsprache erkennt und versteht, kann die eigentliche Botschaft einer jugendsprachlichen Äußerung besser einordnen. Denn manche Ausdrücke klingen zwar aufgrund ihrer ursprünglichen Herkunft provokant, haben aber im aktuellen Jugendsprachkontext eine nicht-provokante Bedeutung: Die ursprüngliche Bedeutung wird ironisch verkehrt bzw. verzerrt.

Wenn Sprache Grenzen braucht …

Bei aller Begeisterung angesichts der kreativen Schöpfungen enthält Jugendsprache manchmal auch sexistische, rassistische, diskriminierende oder aggressive Begriffe. In solchen Fällen ist Information und Orientierung ohne erhobenen Zeigefinder gefragt. Am besten ist es, den Begriff, seine Herkunft, seine ursprüngliche Bedeutung, seine neue Bedeutung im Zuge der Jugendsprache und auch seine Wirkung offen anzusprechen und miteinander zu diskutieren. Im Dialog erkennen Jugendliche die Komplexität sprachlicher Äußerungen und verstehen, dass die Bedeutungsvielfalt eines Begriffes bzw. dessen Herkunft zu Missverständnissen führen bzw. das Gegenüber sich von einer eigentlich harmlos gemeinten Aussage sogar persönlich angegriffen fühlen kann. Von diesem Austausch profitieren nicht nur Sprachverständnis und -sensibilität der Jugendlichen, sondern die Kommunikationsfähigkeit von Jung und Alt.

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Wie lebt Österreich?

Wie lebt Österreich?

Gehören Sie zu jener Hälfte der Österreicher:innen, die in einer Partnerschaft leben? Oder leben Sie wie rund 1,6 Millionen Menschen allein?

Immer mehr und immer älter …

Aktuell leben rund 9,2 Millionen Menschen in Österreich. Laut Prognosen der Statistik Austria wird die Bevölkerung bis 2040 auf rund 9,4 Millionen Menschen anwachsen.
Ein besonders deutlicher Trend zeigt sich in der Altersstruktur. Die Gruppe der über 75-Jährigen ist stark am Zunehmen: Der Anteil wird bis 2040 von aktuell rund 10 % auf bis zu 14 % steigen. Bis 2050 könnte er sogar 16 % erreichen.

Immer mehr allein

Die aktuell 9,2 Millionen Menschen lebten 2025 in unterschiedlichsten Haushaltsstrukturen zusammen. Diese verändern sich ebenso wie Rollen- und Familienbilder kontinuierlich.
Der Anteil jener Personen, die in Partnerschaften leben, liegt seit 2004 konstant bei rund 50 %.
Aber während 2004 noch 14,6 % der Gesamtbevölkerung in Einpersonenhaushalten gelebt haben, waren es 20 Jahre später im Jahr 2024 schon ganze 17,8 %. In Zahlen macht das rund 1,6 Millionen Menschen, die allein leben, Tendenz nach wie vor steigend.
Die größte Zahl an Alleinlebenden gibt es bei den Über-64-Jährigen: nämlich rund 605.000 Menschen. In dieser Altersgruppe besonders auffällig ist der hohe Anteil an Frauen: Von den insgesamt rund 605.000 Alleinlebenden über 64 Jahren waren 2024 rund 425.000 weiblich. Das sind mehr als zwei Drittel.

Allein und einsam?

Allein zu leben, bedeutet nicht, dass man zwangsläufig auch einsam sein muss. Das Alleinleben erhöht allerdings das Risiko sozialer Isolation.
Laut Studien fühlt sich mehr als ein Viertel aller 18- bis 74-jährigen Menschen in Österreich zumindest zeitweise einsam. Das entspricht Schätzungen der WHO, wonach weltweit einer von drei älteren Menschen und eine:r von vier Heranwachsenden sozial isoliert sind, was meist auf dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren basiert. Zum Alleinleben gesellen sich da zum Beispiel noch gesundheitliche Einschränkungen, Armut, der Verlust geliebter Menschen oder auch negative soziale Erfahrungen.

Conclusio?

Menschen werden immer älter und leben immer häufiger allein. Mit zunehmendem Alter verändern sich aber auch zusehends die praktischen, sozialen und natürlich auch körperlichen Bedürfnisse.
Oft erscheint das Alleinleben plötzlich nicht mehr lebenswert: Sei es, weil man sich immer öfter einsam fühlt und nach mehr Sozialkontakten sehnt, oder weil man plötzlich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, ohne Unterstützung bei der Erledigung alltäglicher Aufgaben im eigenen Zuhause allein weiterzuleben. Ein geringes Monatsbudget mit wenig Spielraum für Ausgaben abseits der monatlichen Fixkosten kommt oft erschwerend hinzu.
Alternative Wohn- und Lebensformen auch für Menschen ab 75 Jahren gewinnen daher immer mehr an Bedeutung: von gemeinschaftlichen Wohnprojekten, wie Senioren-WGs, bis hin zu betreutem Wohnen.
Sie geben Menschen auch unter sich wandelnden Umständen die Möglichkeit, so lange wie möglich unabhängig und selbständig leben zu können und dabei weder auf die persönliche Lebensqualität, noch auf soziale Einbindung verzichten zu müssen.

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Es tut so weh – Mit dem Tod leben lernen

Es tut so weh – Mit dem Tod leben lernen

Je älter man wird, umso häufiger ist man von Trauernden umgeben oder muss sich selbst damit auseinandersetzen, dass Partner, Freundinnen, Verwandte und Bekannte diese Welt für immer verlassen.

Die Zeit nach einem Trauerfall ist immer eine sehr schwierige. Für die unmittelbar Betroffenen ebenso wie für jene, die Beistand leisten möchten. Denn Trauer ist nicht nur eine normale und natürliche Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen, sondern auch ein sehr individueller Prozess, den jeder Mensch auf ganz eigene Art und Weise lebt und erlebt. Große Gedrücktheit, Freudlosigkeit, Mutlosigkeit oder depressive Verstimmungen sind ebenso an der Tagesordnung wie Schlafstörungen oder allgemeine Unruhe. Viele Trauernde fühlen sich aufgrund ihres Gesamtzustandes phasenweise auch nicht mehr in der Lage, Alltagsaufgaben zu bewältigen. Der Prozess des Loslassens und der Auseinandersetzung mit den Gefühlen zur geliebten verstorbenen Person, die oft sehr ambivalent sein können, macht nicht nur die Trauerarbeit zu einem unglaublich fordernden Prozess, er macht auch das Helfen durch diese Zeit schwierig.

Grundsätzlich lassen sich bei Menschen vier Phasen der Trauer unterscheiden. Für diese Phasen gibt es keine allgemeingültigen Zeitspannen und auch keine Patentrezepte für deren möglichst rasche Bewältigung. So können Trauernde zum Beispiel innerhalb weniger Stunden zwischen zwei Phasen hin- und herspringen. Aber schon das Wissen über die vier Phasen kann dabei unterstützen, sich nicht ganz so hilflos zu fühlen, wenn man um jemanden trauert oder versucht, einem lieben Freund oder einer Bekannten bei der Trauerbewältigung Beistand zu leisten.

Erste Phase: Schock, Erstarrung & Betäubung

Betroffene wollen das Geschehene zunächst nicht wahrhaben. Sie können und wollen den erlittenen Verlust nicht akzeptieren. Sie wirken dadurch oft versteinert und gefühllos. Nicht selten wird der Verlust geleugnet. Wie ferngesteuert gehen sie den Aufgaben ihres Lebens nach und agieren, als hätte sich nichts verändert. Gleichzeitig stehen sie allerdings unter ständiger extremer Anspannung und Angst.

Zweite Phase: Vorwurf, Verzweiflung & Schmerz

Auf die Schock-Phase folgt die Zeit der chaotischen Emotionen. Der Verlustschmerz wird sehr intensiv erlebt, ist aber immer wieder unterbrochen durch Phasen voller Wut, Angst, Hilflosigkeit, Schuldgefühle und teilweise auch unbegründeter Heiterkeit. Viele Menschen verlieren in dieser Phase an Gewicht, leiden unter Schlafstörungen, suchen nach Schuldigen.

Dritte Phase: Abschied

Dieser emotionalen Achterbahnfahrt folgt die Phase des Suchens und Sich-Trennens. Der Verlust wird immer bewusster.
Einerseits suchen Betroffene in dieser Phase ganz stark nach ihrem verlorenen Partner, beschäftigen sich zum Beispiel intensiv mit Erinnerungsstücken. Andererseits vermeiden sie häufig Plätze und Orte, die an die verstorbene Person erinnern könnten, oder haben den Drang, alles wegzuwerfen, was an diese erinnert.
Diese zwei Verhaltensweisen lassen sich nicht vereinen. Schlussendlich bleibt nur zu akzeptieren, dass der Verlust von Dauer ist.

Vierte Phase: Neuorganisation & Neuorientierung

Nun nimmt das neue Leben, die neue Rolle ohne den geliebten Menschen an der Seite Form an. Das Leben wird reorganisiert, alte Gewohnheiten, die mit der verstorbenen Person zusammenhängen, werden abgelegt, Neues wird gesucht und entdeckt. Der Schmerz lässt nach, ein glückliches, erfülltes Leben rückt wieder in greifbare Nähe.

Auch nach Durchleben dieser vier Phasen kann der Schmerz um einen verstorbenen Menschen immer wieder aufbrechen und zwischendurch auch wieder ebenso heftig wie am ersten Tag erlebt werden. Trauer um einen geliebten Menschen verschwindet nie ganz – wie auch der geliebte Mensch selbst nie ganz verschwindet. Die Betroffenen lernen allerdings, mit dem Verlust umzugehen und ihn als Teil ihres Lebens zu akzeptieren. Im besten aller Fälle schaffen sie es sogar, diesen ohne Verdrängen in ihr Leben zu integrieren.
Unterstützung durch Familie und Freundeskreis, ein Zulassen des Trauerns, ein Gehalten-Werden, Sich-auffangen-Lassen und aktives Zuhören sind dabei von großer Bedeutung.

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Dünn wie Papier oder stark wie Eisen? Ehen auf dem Prüfstand

Dünn wie Papier oder stark wie Eisen? Ehen auf dem Prüfstand

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lieben sie noch heute? Wo das Märchen des Verliebens aufhört, beginnt eine feste Partnerschaft bzw. Ehe. Aus romantischer Schwärmerei wird eine Beziehung inklusive aller Höhen, Tiefen und gemeinsamen Entscheidungen, die eine dauerhafte Zweierbeziehung so mit sich bringt – und damit auch jede Menge Konfliktpotenzial.

Im Jahr 2024 gab es in Österreich zwar einen Rückgang bei den Eheschließungen, die Zahl der Scheidungen ist allerdings angestiegen: 36,5 % aller Ehen werden nur auf Zeit geschlossen bzw. vorzeitig beendet. Die mittlere Ehedauer bis zur Scheidung beträgt aktuell 10,5 Jahre.

Gibt es ein Rezept für Eheglück?

Ein australisches Forscherteam hat sich mit der Frage beschäftigt, wie es manche Paare ein Leben lang schaffen, sich nicht nur immer wieder zusammenzuraufen, sondern sich gegenseitig wirklich als Bereicherung zu erleben. Mit Hilfe von Onlinefragebögen und Interviews versuchten sie, den Geheimnissen glücklicher Paarbeziehungen auf den Grund zu gehen. Dabei kristallisierten sich fünf solcher geheimer Erfolgszutaten heraus: Entschlossenheit, Altruismus, gemeinsame Werte, Kommunikation und Kompromissbereitschaft.
Doch selbst wenn all diese Voraussetzungen gegeben sind, bietet das tägliche Miteinander jede Menge Möglichkeiten, um zu scheitern.

Beziehungsphasen, Risiken & Nebenwirkungen

Lange Beziehungen lassen sich in drei Phasen unterteilen: von der ursprünglichen Verliebtheit über den Vertrauensaufbau bis hin zur festen Bindung und Loyalität. Richtig gefährlich wird es in Phase 2, der Phase des Vertrauensaufbaus. Nach dem Abebben der anfänglichen Verliebtheit, dem sprichwörtlichen Abnehmen der rosaroten Brille, führen die Eigenheiten des Partners aber auch von einem selbst häufig zu Missstimmungen bis hin zu ernsthaften Zweifeln, ob man bei der Partnerwahl die richtige Entscheidung getroffen hat.

In Phase 3 lauert die Gefahr für langjährige Beziehungen dort, wo auch deren Stärke liegt: Man kennt den anderen mittlerweile richtig gut, ist mit ihm vertraut, an ihn gewöhnt. Der Gewöhnungsfaktor kann dazu führen, dass man sich nichts mehr zu sagen hat. Dass man die Anwesenheit des anderen als selbstverständlich wahrnimmt und ihm daher auch nicht mehr das Gefühl gibt, etwas Besonderes für einen selbst zu sein.

Fühlen sich Partner vom anderen nicht mehr wahrgenommen, wertgeschätzt, begehrt, reagieren sie häufig mit Rückzug oder Aggression, was wiederum beim Gegenüber zu Aggression oder Rückzug führt. Ist so eine negative Beziehungsspirale erst einmal in Gang gesetzt,kann man diese nur noch schwer stoppen.

Kleine Momente, große Wirkung

Wer seine Bedürfnisse kommunizieren kann, ist in Sachen langjährigem Beziehungs- bzw. Eheglück klar im Vorteil. Etliche Probleme können durch offene Kommunikation gelöst werden. Je schneller Belastendes angesprochen wird, desto weniger kann es brodeln und von der berühmten Mücke zum Elefanten anschwellen.

Dafür sollte man einen sicheren Rahmen schaffen, in dem sich beide Partner wohl genug fühlen, offen miteinander zu sprechen und auch Unangenehmes zum Thema zu machen.

Achten Sie im Alltag auch immer wieder zwischendurch bewusst darauf, wie Sie auf Angebote Ihres Partners, eine Verbindung zu Ihnen herzustellen, reagieren.
Nehmen wir an, Ihr Partner macht Sie auf den Sonnenuntergang aufmerksam: Sie können darauf mit emotionaler Zuwendung antworten, neutral oder sogar abweisend. Wer in der Mehrzahl solcher Momente positiv reagiert, hat bessere Chancen auf langfristiges Glück.

Jahr für Jahr die Liebe feiern

Paare sollten sich auch immer wieder bewusst Zeit nehmen, ihre Beziehung gemeinsam zu feiern. Dabei geht es nicht um teure Geschenke, sondern darum, dem Partner wieder einmal zu sagen, was man an ihm liebt und wieviel er einem Wert ist.

Bei Ehepaaren sorgt der Hochzeitstag zumindest einmal jährlich für einen fixen gemeinsamen Festtag. Feiert man nach einem Jahr Ehe noch die papierne Hochzeit, so ist die Beziehung im siebten Jahr laut Jubiläumskalender schon so fest wie Kupfer und beginnt, erste Patina anzusetzen.

Nach 25 gemeinsamen Ehejahren hat man endgültig bleibende Werte geschaffen und feiert demgemäß die silberne Hochzeit, nach 50 Jahren hat die Ehe allen Stürmen standgehalten und sich als fest und kostbar wie Gold erwiesen, nach 65 Jahren sind es eiserne Bande, die Eheleute verbinden, und nach 70 Jahren feiert man die Gnade eines so langen gemeinsamen Lebens.

Wer es zu zweit so weit schafft, freut sich über die Gnade eines langen Lebens, kennt und lebt aber vor allem das wichtigste Geheimnis einer langen Beziehung: gegenseitigen Respekt und Liebe, derer man sich gegenseitig nicht oft genug versichern kann.

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Header-Artikel: Ehepaar schaut in ein Tablet indem eine Kerze und eine Blume zu sehen ist.

Die virtuelle Ewigkeit

Header-Artikel: Ehepaar schaut in ein Tablet indem eine Kerze und eine Blume zu sehen ist.

Die virtuelle Ewigkeit

In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich durch die zunehmende Digitalisierung all unsere Lebensbereiche verändert. Auch das Sterben ist davon nicht ausgenommen, genauer gesagt Bestattungen und Trauerarbeit.

Die Planung des letzten Weges

Vieles an Amtswegen und Formalitäten lässt sich für die Hinterbliebenen mittlerweile im Internet erledigen. Organisation und Planung können so erleichtert oder sogar komplett abgegeben werden.
Es ist heutzutage sogar möglich, eine ganze Bestattung „remote“ zu planen. Genaue Informationen bieten Websites von Bestattungsunternehmen. Von der Auswahl des Trauerredners bis hin zum Leichenschmaus können so gut wie alle Aufgaben von den Online-Bestattungsdiensten übernommen werden.

Digitale Trauerfeier

Es kann nicht nur digital geplant werden, Trauerfeiern können auch komplett online abgehalten werden. Bei großen Entfernungen, Reisebeschränkungen oder persönlichen Hindernissen kann dies eine Möglichkeit sein, trotz Distanz würdevoll Abschied zu nehmen. Per Videokonferenz können Live-Musik und personalisierte Trauerreden geteilt werden. Bei entsprechender Vereinbarung mit dem Bestatter kann sogar die Beisetzung via Livestream in die ganze Welt übertragen werden. Besonders in den Zeiten von Covid-19 hat diese Möglichkeit Anklang gefunden.

Im besten Fall lässt man sich hier von dem Bestatter beraten und sucht sich aus, in welchem Maße die Trauerfeier Online geteilt werden soll.

Virtuelle Friedhöfe

Eine andere digitale Neuerung sind sogenannte „virtuelle Friedhöfe“, auf denen Hinterbliebene online Gedenkseiten erstellen können. Auf einer Internetseite werden Erinnerungen und Trauerbekundungen geteilt. Hier können Familie und Freunde, je nach Anbieter aber auch Fremde ihr Beileid bekunden und virtuelle Gedenkkerzen und Botschaften hinterlassen.

Die Online-Friedhöfe sind unabhängig von den Bestattungsunternehmen. Basis-Packages sind im Regelfall gratis, Premium-Versionen kostenpflichtig. Für die Wahl des optimalen digitalen Friedhofes kann man sich im Internet die jeweiligen Rezensionen ansehen, die auch die Seriosität des Anbieters bestätigen sollten.

Auf der persönlichen Online-Grab-Seite können Videos, Bilder und Texte geteilt werden, die an die verstorbene Person erinnern. Bei einigen Online-Friedhöfen kann man auch einen Familienstammbaum anlegen. Zusätzlich bieten diese Seiten häufig auch Materialien mit Ratschlägen zur Trauerbewältigung an. Manche Portale bieten sogar die Möglichkeit, virtuelle Grabblumen zu bestellen oder über Verlinkungen zu entsprechenden Anbietern per Boten reale Blumengrüße verschicken zu lassen.

In Wien bekommt jedes Grab auf einem der Wiener Friedhöfe kostenlos und automatisch ein „digitales Grab“. Als berechtigte Person kann man damit online die Grabstelle administrieren und einen digitalen Gedenkraum einrichten.

Ein Ort, der immer bleibt

Wieso aber begeben sich immer mehr Trauernde in die Sphären des Internets? Warum verlagern sie ihre Trauerarbeit und ihr Gedenken ins World Wide Web? Ein möglicher Grund liegt wohl in den mittlerweile zahlreichen Bestattungsmöglichkeiten, von denen die Beisetzung im Grab am nächsten Friedhof nur noch eine von vielen möglichen Varianten darstellt.
Durch Bestattungen in anderen Ländern, das Verstreuen der Asche oder etwa auch die Beisetzung in einem weit entfernten Wald, bleibt Hinterbliebenen oft nur das Internet als Konstante, als Ort, an dem sie ihrer Trauer nachgehen und ihr Ausdruck verleihen können. Hier trennt einen nur ein Mausklick vom geliebten Menschen.

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Header-Artikel: Seniorenpaar in Bett kuschelt miteinander.

Liebeslust kennt kein Alter

Header-Artikel: Seniorenpaar in Bett kuschelt miteinander.

Liebeslust kennt kein Alter

Dass das Leben mit 66 Jahren noch lange nicht vorbei ist, hat Udo Jürgens schon mit knackigen 43 Jahren gewusst. Prominente Männer, wie Mick Jagger, der mit 80 noch jede Bühne rockt, oder Robert de Niro, der mit 80 noch einmal Vater geworden ist, sind Beweis dafür, dass Männer in den besten Jahren auch durchaus noch für Attraktivität und sexuelle Potenz stehen. Frauen werden im Gegensatz dazu gern schon mit Eintritt der Wechseljahre in die sexuelle Enthaltsamkeit entlassen.

Tatsächlich ist es umgekehrt. Während bei Männern im Alter Veränderungen im Sexualleben auftreten und Erektionsstörungen das Sexualverhalten beeinträchtigen können, bleibt das sexuelle Interesse der Frauen bis zum 35. Lebensjahr konstant und bleibt dann auf diesem Niveau für lange Zeit bestehen. Umfragen bestätigen, dass die weibliche Lust kein Ablaufdatum hat: Ein Drittel der Frauen zwischen 60 und 80 Jahren haben ein erfülltes Sexualleben, und noch mehr Frauen wünschen es sich.
Wichtiges Kriterium für die Wünsche der Frauen im reiferen Alter ist die bis hin gelebte Sexualität. Wer in jüngeren Jahren nicht gelernt hat, seine sexuellen Bedürfnisse zu erkennen und dem Partner zu kommunizieren, wird das im Alter nur mehr schwer nachholen können. Frauen, die jahrelang ein unbefriedigendes Sexualleben gehabt haben, erleben es oft einfach nur als Erleichterung, dieses mit zunehmendem Alter einstellen zu können.
Frauen mit einem befriedigenden Sexualleben leben ihre Sexualität auch im Alter aus. Denn der Wunsch nach Zärtlichkeit, Befriedigung und Sexualität sowie die Orgasmusfähigkeit nehmen mit den Jahren nicht ab. Durch den Wegfall von Störfaktoren, wie beruflichem oder familiärem Stress, nimmt die weibliche Orgasmusfähigkeit oft sogar zu.

Aufgrund der schlechteren Gewebedurchblutung kann es bei der reiferen Frau etwas länger dauern, um Erregung im Scheidenbereich hervorzurufen. Die Scheidenflüssigkeit braucht mehr „Anlaufzeit“. Dies ist allerdings alles andere als lustfeindlich. Einzige Konsequenz ist, dass dem Vorspiel eine größere Bedeutung zukommt: Der Quickie weicht dem ausdauernden Liebesspiel.

WissenschaftlerInnen betonen immer wieder: Ein erfülltes Sexualleben hält nicht nur die Lebensgeister wach, sondern ist auch für die Gesundheit förderlich. Die Dosierung dieser Medizin bleibt jeder und jedem selbst überlassen! Es gilt, keinen Zwängen zu unterwerfen und auf den eigenen Körper und die Seele zu hören. Dann steht einem lustvollen Sexualleben auc in den reiferen Lebensjahren nichts im Wege!

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Ein älteres Paar liegt in einem Bett. Der Mann schläft. Die Frau ist wach und schaut besorgt.

Getrennte Betten

Ein älteres Paar liegt in einem Bett. Der Mann schläft. Die Frau ist wach und schaut besorgt.

Getrennte Betten

Müssen Sie jede Nacht um Ihre Bettdecke kämpfen? Sind Sie wieder einmal vom lauten Schnarchen Ihres Partners geweckt worden? Würden Sie gern einmal unbeschwert so lange im Bett lesen, wie es Ihnen Spaß macht? Haben Sie das Gefühl, sich beim Schlafen viel zu wenig ausbreiten zu können?

In unserer Gesellschaft ist es üblich, dass Paare nicht nur ihr Leben, sondern auch ihr Bett miteinander teilen. In manchen Fällen kann dieses gemeinsame Schlafprojekt allerdings zu einer regelrechten Beziehungsbelastung ausarten, denn die wenigsten Paare verfügen über ähnliche Schlafgewohnheiten. Häufig behindern sie sich beim Einschlafen und Durchschlafen mehr als sie sich guttun.
So wird aus jenem Ort, der eigentlich Oase der Entspannung und Ruhe sein sollte, ein gefürchteter Krisenherd
einer ansonsten ausgeglichenen Partnerschaft. Nach durchwachten Nächten liegen nämlich nicht nur die Nerven blank, auch das Immunsystem ist geschwächt. Und der Partner wird für diese unerwünschten Nebenwirkungen des gemeinsamen Bettes verantwortlich gemacht.

Keine Angst vor getrennten Betten

Wer aus Sorge um die Liebe getrennte Betten meidet, kann beruhigt sein – Erfahrungsberichte von Betroffenen sprechen für sich. Paare, die vom gemeinsamen auf getrennte Betten umgestiegen sind, genießen den Reiz, den es mit sich bringt, den anderen in seinem Schlafzimmer zu besuchen.
Plötzlich bemüht man sich wieder viel mehr um den Partner, macht sich Gedanken über das Liebesspiel und dessen Vorbereitung, zelebriert, was zum Teil schon zur mehr oder weniger lästigen Gewohnheit geworden war.

Probieren geht über studieren

Sie schlafen schlecht, beschweren sich auch bei Ihrem Partner, können sich aber nicht vorstellen, allein einzuschlafen und aufzuwachen?
Probieren Sie es doch einfach einmal aus und wägen Sie Vor- und Nachteile
ab. Ist man einmal nachts aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen, weil einem das Schnarchen des geliebten Menschen fehlt, fällt es auch deutlich leichter, diesen am nächsten Tag nicht für die mangelnde Nachtruhe verantwortlich zu machen und das gemeinsame Einschlafen und Aufwachen bewusst zu genießen.

Wenn es in der Beziehung grundsätzlich kriselt, kann eine Bettentrennung ihr den endgültigen Todesstoß versetzen. In diesem Fall ist mehr nötig, als einfach nur in getrennten Betten zu schlafen, zum Beispiel eine gemeinsame Paartherapie.

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Header-Artikel: Zwei Frauen und ein Mann essen gemeinsam Brot mit Käse.

Neue Wohnformen für ein erfülltes Leben im Alter

Header-Artikel: Zwei Frauen und ein Mann essen gemeinsam Brot mit Käse.

Neue Wohnformen für ein erfülltes Leben im Alter

Etwa ein Drittel der österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten lebt allein, das sind rund 576.000 Menschen. Bei aller Unabhängigkeit, die das Alleinleben mit sich bringt, besteht allerdings auch die Gefahr, sich allein zu fühlen.
Umso wichtiger ist es, die eigene Wohnsituation nicht erst zum Thema zu machen, wenn konkreter Unterstützungs- bzw. Pflegebedarf besteht. Denn wer damit trotz Unzufriedenheit mit der eigenen Wohnsituation bis zur Betreuungsnotwendigkeit wartet, nimmt sich selbst die Chance auf ein erfülltes Wohnen und Leben abseits des Singlehaushalts.

Wohngemeinschaften – nicht nur etwas für Studenten!

Eine Wohngemeinschaft, kurz: WG, ist die ideale Wohnform für alle, die zwar einen Rückzugsbereich für sich haben möchten, es aber grundsätzlich genießen, im Alltag nicht allein, sondern unter Menschen zu sein. Von einer WG spricht man, wenn sich mehrere Personen, die in keinem familiären oder partnerschaftlichen Verhältnis zueinander stehen, eine Wohnung teilen. Neben den Gemeinschaftsräumen, die gemeinsam genutzt werden, das sind meist Küche, Badezimmer, Toilette und gegebenenfalls Wohnzimmer, hat jedes WG-Mitglied ein eigenes Zimmer, in das es sich zurückziehen kann.
Bei der grundsätzlichen Entscheidung für eine WG gilt es, sich selbst möglichst gut in seinen Bedürfnissen einzuschätzen.
Wer schnell von anderen genervt ist, sich nicht wegen Alltagsdingen mit anderen abstimmen möchte und lieber seine Ruhe hat, ist in einer WG fehl am Platz. Wer gerne mit anderen Menschen zusammen ist und auch kein Problem damit hat, sein Verhalten auf allgemein gültige Regeln bzw. die Bedürfnisse anderer abzustimmen, der sollte in einer WG kein Problem haben.

Die verschiedenen Persönlichkeiten, die sich den WG-Wohnraum teilen, machen das Leben jedes einzelnen WG-Mitglieds deutlich abwechslungsreicher, vielfältiger und bunter.
Nachteil ist allerdings, dass man in einer WG sehr „eng“ miteinander ist, intime Lebensbereiche miteinander teilt und sich bei Problemen im täglichen Zusammenleben nicht wirklich aus dem Weg gehen kann. Insofern ist es nicht nur wichtig, grundsätzlich zu hinterfragen, ob man für diese Wohnform geeignet ist. Wenn man sich dafür entscheidet, muss man auch darauf achten, dass man die richtigen WG-Mitglieder findet bzw. mit diesen gut zueinander passt.

Mann sitzt auf dem Sofa und streichelt eine Katze.

Senioren-WG

Diese Wohnform, die verschiedene Betreiber anbieten, etwa der Samariterbund, wird laut Fonds Soziales Wien in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Um in eine Senioren-WG einziehen zu können, muss man Pensionsbezieher sein. Einige Senioren-WGs bieten die Möglichkeit einer Betreuung an: jemanden, der gemeinsam mit den WG-Bewohnern den Alltag gestaltet, kocht und die Freizeit verbringt. Je nach Laune und Mobilität kann der Alltag alleine gestaltet oder auf entsprechendes Angebot zurückgegriffen werden. Je nach Betreiber bewegen sich die Mieten je nach Zimmergröße um die 400 bis 800 Euro.

Generationsübergreifende WG

Ein junges Konzept ist „Wohn-Buddy“ vom Unternehmen WEG. Wohnraum soll dabei nachhaltig und über Generationen hinweg genutzt werden. Über www.wohnbuddy.com vermitteln sie WGs für Jung & Alt und schaffen damit eine erschwingliche Form des Zusammenlebens. Jüngere helfen Älteren und umgekehrt. Eine Partei bietet die Zimmer an – die andere zahlt Miete und hilft im Alltag.

Ähnlich funktioniert das Projekt „Wohnen für Hilfe“. Bei diesem wird die Miete allerdings in Arbeitszeit bezahlt. 1m² Wohnfläche bedeutet 1h Arbeitszeit bzw. Hilfe im Monat. Zielgruppe des Projekts sind Student-Innen und Menschen, die Hilfe im Haus, in der Wohnung oder im Garten benötigen.

Gemeinschaftliches „Wohngrätzl“

Wem eine WG zu viel Eingriff in seine Privatsphäre ist, der findet seine Traum-Wohnsituation eventuell in generationsübergreifenden Nachbarschaften: in „Wohngrätzln“. So entstand etwa mit „Gleis 21“ ein vielfältiges Wohnprojekt im Wiener Sonnwendviertel, das Menschen verschiedener Generationen, kultureller und sozialer Hintergründe in Achtsamkeit und Wertschätzung miteinander verbindet. Das Mitbestimmungs- und -gestaltungsrecht jedes Bewohners sowie zahlreiche Begegnungsmöglichkeiten bereichern den Alltag von Jung und Alt.

Vorteile:

  • Man ist nicht allein.
  • Man teilt sich die Wohnkosten mit anderen, sodass diese im Regelfall niedriger ausfallen.
  • Man kann Freunde fürs Leben finden, mit denen man auch gern gemeinsam Zeit verbringt.
  • Man kann sich tägliche Aufgaben teilen, zum Beispiel den Einkauf.

Nachteile:

  • Man hat weniger Privatsphäre.
  • Man muss sich an Gemeinschaftsregeln halten.
  • Es kann zu Konflikten rund um die Aufteilung von Gemeinkosten kommen, zum Beispiel die Strom- und Heizkosten.
  • Die Aufteilung von Gemeinschaftsarbeiten kann sich schwierig gestalten, zum Beispiel Reinigen der Gemeinschaftsräume, Müllentsorgung, …
  • Bei ähnlichem Tagesrhythmus kann es zu Engpässen bei der Nutzung von Bad und Toilette kommen.

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