Gesundheit

Entspannung durch bewusstes Atmen

Entspannung durch bewusstes Atmen

Nervt Ihr Partner Sie, weil er regelmäßig laut seufzt? Oder werden Sie selbst immer wieder gefragt, ob es Ihnen schlecht geht, nur weil Ihnen nach einer anstrengenden Tätigkeit oder beim Gedanken an bevorstehende Aktivitäten ein Seufzer auskommt?
Studien beweisen es: Ein tiefer, hörbarer Seufzer wirkt spontan befreiend. Was intuitiv geschieht, hat handfeste physiologische Gründe.

Sie seufzen nie?

Stimmt nicht! Jeder Mensch seufzt ungefähr alle 5 Minuten unbewusst, ohne es zu merken. Der tiefe Atemzug, bei dem doppelt so viel Luft eingeatmet wird als bei einem normalen Atemzug, hat die lebenswichtige Aufgabe, mit dem Extra-Sauerstoff zusammengefallene Lungenbläschen (=Alveolen) wieder aufzublähen. Denn ohne die rund 300 bis 400 Millionen dünnwandigen Lungenbläschen in unserer Lunge würde der Gasaustausch nicht funktionieren: Der Sauerstoff aus der Atemluft würde nicht mehr in ausreichender Menge ins Blut gelangen und das Kohlendioxid aus dem Blut nicht mehr an die Atemluft abgegeben. Unsere Atmung würde versagen.
Das regelmäßige unbewusste Seufzen, das den Gasaustausch sicherstellt, die Atmung verbessert und die Atemwege stärkt wird vom Seufz-Zentrum im Atemzentrum in unserem Hirnstamm gesteuert.

Seufzen fürs Wohlbefinden

Richtig bewusst wird uns das Seufzen meist nur, wenn wir unter besonderer Anspannung stehen. Die Gründe für dieses emotionale Seufzen sind bisher noch ungeklärt. Warum Seufzen zur Entspannung führen kann, ist allerdings erwiesen: Der längere Vorgang des Ausatmens beim Seufzen aktiviert den Vagus, den Entspannungsnerv, der nicht nur der längste Nerv unseres Körpers ist, sondern auch der Hauptnerv des Parasympathikus. Er sorgt dafür, dass unser Körper sich erholt, Herzschlag und Blutdruck sinken, Stresshormone abgebaut werden, wir einen ruhigeren Schlaf haben und unser Organismus sich verjüngt.
Grundsätzlich aktivieren wir den Vagus mit jedem tiefen Ausatmen. Daher eignet sich tiefes Durchatmen bzw. eben auch Seufzen, um in stressigen Situationen Ruhe zu bewahren.

Kleine Geste, große Wirkung

Kinder seufzen noch ganz natürlich, wenn sie müde, erleichtert oder zufrieden sind. Erwachsene können von ihnen lernen, diese spontane Körperreaktion ganz bewusst einzusetzen und damit Kehlkopf, Atem und Nervensystem Gutes zu tun. Ein Seufzer braucht weder Vorbereitung, noch Technik – nur die Erlaubnis, ihn zuzulassen.

Anleitung zum physiologischen Seufzen in Stresssituationen und bei Angstattacken

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Nervenschädigung durch Diabetes

Nervenschädigung durch Diabetes

Wann haben Sie sich eigentlich das letzte Mal Ihre Füße genauer angesehen? Sie erinnern sich nicht? So geht es den meisten. Bei Diabetes ist aber besondere Vorsicht geboten.

Denn eine der häufigsten Folgeerkrankungen bei Diabetes sind Nervenschädigungen: Polyneuropathien. Verursacht durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte führen sie zu einer eingeschränkten Wahrnehmung von Schmerz und Druck. Was zu ernsthaften Problemen führen kann. Denn dank Polyneuropathie werden Verletzungen oft erst zu spät erkannt. Unbehandelt können sie sich entzünden und zu einer ernsthaften gesundheitlichen Bedrohung werden.

Kribbeln, Taubheitsgefühl, Schmerzen

Polyneuropathie äußert sich in unterschiedlicher Form. Während die einen über nicht-schmerzhafte, aber unangenehme Missempfindungen wie Kribbeln klagen, kämpfen andere mit Überempfindlichkeit bei Berührung. Von Taubheitsgefühl bis hin zu Schmerzen ist alles möglich.
In der Regel breiten sich die Symptome von den Zehen und Füßen nach oben aus. Typischerweise verschlechtern sich die Beschwerden im Liegen und bessern sich bei Bewegung.

Diabetisches Fuß-Syndrom

Nervenschädigungen tragen oft maßgeblich zur Bildung des sogenannten diabetischen Fuß-Syndroms bei. Durch den Ausfall der Schweißbildung ist die Haut trocken-rissig und besonders anfällig für Verletzungen. Wunden werden aufgrund Polyneuropathie oft erst viel zu spät erkannt und daher auch nicht ausreichend versorgt, gleichzeitig verhindern eingeschränkte Durchblutung und geschwächte Abwehrkräfte die Wundheilung. Das diabetische Fuß-Syndrom ist die Hauptursache für nichttraumatische Amputationen. Im besten Fall handelt es sich dabei um einzelne Zehen, im schlimmsten Fall ums ganze Bein. Der diabetische Fuß sollte daher keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden: Jede Wunde am Fuß ist ein Notfall, der ärztlicher Behandlung bedarf.
Durch sorgsame Beobachtung und Pflege der Füße können Amputationen vermieden werden.

Pflegetipps für Diabetiker-Füße

Tägliche Fußpflege ist das A und O, um die Füße und damit den ganzen Körper gesund zu halten. Das beginnt bei einem kurzen, kühlen Fußbad, am besten in 30 bis 35 Grad warmem Wasser, um Verbrennungen zu vermeiden.
Verwenden Sie dafür nur eine milde, rückfettende Waschlotion, am besten eine mit Urea.
Beim Abtrocknen sollten Sie besonders auf die Stellen zwischen den Zehen achten: Hier nisten sich gerne Pilzsporen ein.
Sind die Füße bereits zu „Problemkindern“ geworden, ist professionelle Fußpflege gefragt. Suchen Sie regelmäßig spezialisierte Podolog:innen auf und lassen Sie sich und Ihre Füße dort verwöhnen.

Gut einpacken nicht vergessen!

Ein Diabetiker-Fuß will immer gut eingepackt sein. Das bedeutet: Passendes Schuhwerk auswählen, das keine Druckstellen erzeugt. Schmerzende Absätze sind tabu, dämpfende Sohlen dafür ein Muss.
Wer auch im Sommer Socken trägt, vermeidet kleine Quetschungen und wunde Stellen. Es gibt eine große Auswahl an speziellen Diabetessocken, die möglichst wenig scheuern und den Druck auf die Füße verringern, auch spezielle Sommersocken.

Nicht nur an den Füßen …

Der Körper von Diabetiker:innen versucht, überschüssigen Zucker über den Urin auszuscheiden. Daher kommt auch die Bezeichnung Diabetes mellitus, was übersetzt „honigsüßer Durchfluss“ bedeutet. So verliert der Körper besonders viel Flüssigkeit: Die Haut trocknet nicht nur an den Füßen, sondern am ganzen Körper aus. Gleichzeitig kommt es durch verengte Blutgefäße zu einer verminderten Durchblutung, und auch die Schweiß- und Talgdrüsen arbeiten aufgrund von Nervenschäden nicht mehr richtig.
Daher ist regelmäßiger Creme-Einsatz zur Hautpflege bei Diabetes Pflicht. Nicht nur, wenn die Haut sich trocken oder rissig anfühlt, sondern nach jedem Duschen oder Waschen. Feuchtigkeitsspendende Produkte, die z.B. Urea, Jojoba- oder Nachtkerzenöl, Dexpanthenol oder Vitamin E enthalten, eignen sich dafür besonders gut.

Vorsorge für mehr Lebensqualität

Aufgrund der besonderen Gefahrenlage sollten Menschen mit Diabetes der eigenen Haut stets Aufmerksamkeit schenken: mit täglicher Pflege und sorgsamer Beobachtung.
Zusätzlich dazu sollte man weitere Gefahrenquellen möglichst vermeiden bzw. sich vor diesen schützen, zum Beispiel mit ausreichend Sonnenschutzcreme vor hohen Dosen UV-Strahlung im Sommer oder mit besonders feuchtigkeitsspendender Pflege von Körperpartien, die unmittelbar der Kälte ausgesetzt sind, im Winter.
Und nie vergessen: Neben sorgsamer Vorsorge schützt frühe Therapie vor schlimmen Folgen! Auch bei kleinen Verletzungen sollte nicht gezögert werden, ärztlichen Rat einzuholen.

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Schwindel im Alltag?

Schwindel im Alltag?

Das Gefühl, dass der Boden plötzlich unter einem schwankt bzw. man ihn überhaupt verliert, ist mehr als beunruhigend. Kein Wunder, dass Schwindel zu den häufigsten Gründen für Arztbesuche zählt.

Schwindel kann nicht nur in verschiedenen Formen auftreten, er kann auch unterschiedlichste Ursachen haben: von einer Verspannung der Nackenmuskulatur über Blutdruckschwankungen bis hin zur Nebenwirkung eines Medikaments. Auch wenn die Ursache oft harmlos ist, sollte Schwindel jedenfalls ernst genommen werden. Denn er kann nicht nur die Lebensqualität einschränken, sondern erhöht auch das Sturz- und damit das Verletzungsrisiko.

Warum uns überhaupt schwindelig wird …

Schwindel ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Unser Gleichgewichtssinn hält uns rund um die Ohr in Balance: Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, die Augen, die Wahrnehmung unseres eigenen Körpers in Form bestimmter Reize aus unserem Körperinneren und Empfindungen über unsere Körperoberfläche sowie das Nervensystem liefern dem Gehirn ständig Informationen über Lage und Bewegung unseres Körpers. Stimmen diese Informationen bzw.
Signale nicht überein oder fällt eine Informationsquelle aus, so kann das zu Schwindel führen.

Welche Schwindelformen gibt es?

Schwindel ist nicht gleich Schwindel. Die Medizin unterscheidet verschiedene Auftrittsformen, die teilweise auch Rückschlüsse auf die Ursache zulassen.

  • Beim Drehschwindel hat man das Gefühl, dass sich die Umgebung oder man selbst wie auf einem
  • Karussell dreht. Häufige Ursache dafür sind Störungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, der sogenannte gutartige Lagerungsschwindel.
  • Der Schwankschwindel wird oft von Verspannungen in der Nackenmuskulatur ausgelöst. Wie der Name schon erahnen lässt, fühlt man sich bei dieser Schwindelart wie auf einem schwankenden Boot.
  • Psychogener Schwindel bzw. Benommenheitsschwindel tritt häufig bei Stress oder psychischer Belastung auf. Er zeichnet sich durch ein generelles Gefühl der Unsicherheit und Benommenheit aus, Betroffene berichten von einem Watte-artigen Gefühl im Kopf.
  • Beim sogenannten Liftschwindel hat man plötzlich das Gefühl, wie in einem Fahrstuhl oder einer Achterbahn abrupt nach oben oder unten befördert zu werden. Ursache ist meist eine Störung des Gleichgewichtsorgans, Liftschwindel kann aber auch mit psychischen Erkrankungen einhergehen.

Häufige Schwindelursachen im Alter

Gründe für Schwindel gibt es viele, bei Menschen über 65 kommt bestimmten Faktoren besondere Bedeutung zu.
Arbeiten etwa unsere Augen nicht mehr zuverlässig, so fehlen unserem Gehirn wichtige Informationen, um das Gleichgewicht zu halten.
Auch die altersbedingte Abnahme der Anzahl der Sinneszellen im Innenohr führt zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit und einer Verringerung der Sensibilität, was Schwindel verursachen kann.
Winzige Kristallsteinchen im Gleichgewichtsorgan im Innenohr sind Auslöser für gutartigen Lagerungsschwindel. Das ist der am häufigsten diagnostizierte Schwindel, der zwar nur wenige Sekunden andauert und auch nicht gefährlich, aber dennoch sehr unangenehm für Betroffene ist.
Zusätzlich dazu können auch Entzündungen oder Durchblutungsstörungen im Innenohr zu Schwindel führen.
Aber nicht nur Augen und Ohren, sondern auch ein zu niedriger Blutdruck oder plötzliche Blutdruckschwankungen bzw. -abfälle können Schwindel verursachen. Blutdruckbedingter Schwindel dauert länger an als Lagerungsschwindel und führt außerdem dazu, dass einem schwarz vor Augen wird. Erschwerende Faktoren sind Flüssigkeitsmangel oder langes Verharren in einer Körperstellung.
Nicht unterschätzen sollte man auch die Wirkung von Medikamenten. Nebenwirkungen eines Medikaments bzw. Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten können ebenfalls Schwindel auslösen.

Achtung: Bei akutem Schwindel mit Taubheitsgefühlen oder Lähmungserscheinungen unbedingt notärztliche Hilfe anfordern! Diese Symptome weisen auf einen akuten Schlaganfall hin.

Diagnose macht Sinn

Schwindelgefühle sind oft harmloser Natur, vor allem wenn sie nur gelegentlich und kurzzeitig auftreten. Sie können aber auch auf ernstzunehmende Erkrankungen hinweisen, wie etwa Durchblutungsstörungen im Gehirn, Angststörungen, Epilepsie, Parkinson oder Tumore.
Eine ärztliche Diagnose sorgt nicht nur für Klarheit, sie ermöglicht auch gezielte Therapie.
In den nachfolgenden Fällen sollten Sie jedenfalls ärztlichen Rat einholen:

  • Wenn zum Schwindelgefühl noch Begleiterscheinungen wie Atemnot,
  • Sehstörungen, Sprachprobleme, starke Kopfschmerzen, Übelkeit oder Taubheitsgefühle auftreten.
  • Wenn Schwindelattacken immer wieder intensiv und ohne äußere Ursache auftreten.
  • Wenn gewisse Kopfbewegungen immer wieder zu Schwindel führen.
  • Wenn Schwindel in bestimmten Situationen regelmäßig wiederkehrt, etwa in Menschenmengen, engen Räumen, beim Autofahren usw.

Behandlung und Vorbeugung

Nach richtiger Diagnose kann man Schwindel oft schon mit einfachen Maßnahmen zu Leibe rücken, etwa mit mehr Flüssigkeitszufuhr und regelmäßiger Bewegung.
Spielen Verspannungen im Nacken eine Rolle, können gezielte Dehnübungen oder Massagen Abhilfe schaffen. Auch ein ergonomisches Kopfkissen oder eine Veränderung bei der Matratze beugen nächtlichen Verspannungen vor.
Liegt die Ursache am Nachlassen der Sinne, so kann Physiotherapie mit gezielten Übungen fürs Gleichgewicht dabei unterstützen, das Zusammenspiel der Sinne zu trainieren und damit den Schwindel loszuwerden. Auch bei Lagerungsschwindel gibt es gezielte Übungen, die bei regelmäßiger Ausführung rasch Hilfe bringen können.
Wer unter psychisch bedingtem Schwindel leidet, profitiert von Entspannungsübungen, Gesprächstherapie oder moderater Bewegung, wie Yoga oder Tai-Chi.

Nicht geschwindelt!

Schwindel im Alter ist häufig, er ist aber auch gut behandelbar. Wer auf mögliche Ursachen und seinen eigenen Körper achtet, kann gezielt gegensteuern. Frühzeitige ärztliche Abklärung gibt dabei nicht nur Diagnose- und Behandlungssicherheit, sie sichert auch die Lebensqualität.

Was tun bei akutem Schwindel?

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Die süße Versuchung

Die süße Versuchung

Ob hell oder dunkel, pur oder mit Füllung – Schokolade ist für viele unverzichtbar. Hinter dem süßen Genuss steckt jedoch noch viel mehr: eine jahrtausendealte Geschichte, ein aufwändiger Herstellungsprozess und so manches andere überraschende Detail.

Vom Siegeszug der Schokolade

Ursprünglich wichtiger Bestandteil bei Ritualen der Azteken und Maya, gelangte Kakao erst ab dem 15. Jahrhundert nach Europa. Die Spanier brachten das Getränk von ihren Entdeckungs- und Eroberungsreisen von Amerika mit nach Hause. Aufgrund der starken Bitternote war es anfangs nicht sehr beliebt, die Zugabe von Honig oder Rohrzucker machte es im 16. Jahrhundert aber schließlich zum begehrten Luxusgut, das lange Zeit der Oberschicht vorbehalten blieb.
Das änderte sich erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert: Dank der Massenproduktion wurde Schokolade nun auch für die breite Bevölkerung leistbar. Und dank der neuen Maschinen wurde Schokolade nun nicht mehr nur als Getränk hergestellt, sondern auch als Essschokolade.

Vom Kakaobaum zur Schokotafel

Der Kakaobaum wächst in den tropischen Regionen rund um den Äquator. Nach Ernte seiner Früchte, der sogenannten Kakaoschoten, werden die Bohnen daraus herausgelöst, einige Tage fermentiert und anschließend in der Sonne getrocknet. Damit sie ihr typisches Aroma entfalten, werden die Bohnen geröstet. Die gerösteten Bohnen werden anschließend erst grob zerkleinert und dann ganz fein gemahlen. So entsteht eine flüssige Kakaomasse, die von den Schokoladeherstellern durch die Zugabe verschiedener Zutaten, wie Zucker oder bei Milchschokolade auch Milchpulver, verfeinert wird. Durch sogenanntes Konchieren, langes Rühren und Erwärmen, verliert die Kakaomasse unerwünschte Säuren und wird cremig. Kontrolliertes Abkühlen und In-Form-Gießen der verfeinerten Masse lässt die Schokoladetafeln entstehen.

Gut, besser, Edelkakao

Kakaobohnen werden grundsätzlich in zwei Klassen unterteilt: Konsumkakao und Edelkakao. Konsumkakao macht etwa 85 % der Welternte aus und wird vor allem in Westafrika, Brasilien und Asien angebaut. Daraus produzierte Schokoladen werden in der Regel ohne Hinweis auf Sorte oder Herkunft der Kakaobohnen verkauft.
Criollo und Trinitario, die zwei Sorten Edelkakao, werden Schokoladen nur in kleinen Mengen zur Aromaverfeinerung beigefügt.

Alle Macht der dunklen Seite?

Grundsätzlich gibt es drei Arten von Schokolade.

  • Weiße Schokolade enthält keine Kakaomasse, sondern nur Kakaobutter: aus Kakaosamen gewonnenes gelbliches Fett.
  • Milchschokolade enthält meist rund 25 % Gesamtkakaotrockenmasse. Die restlichen 75 % setzen sich aus Zucker, Milchbestandteilen, Kakaobutter und Aromen zusammen.
  • Ab einem Kakaoanteil von 60 % spricht man üblicherweise von dunkler Schokolade. Je höher der Kakaoanteil ist, desto weniger Zucker enthält die Schokolade. Gleichzeitig steigt auch die Menge an Flavonoiden: Das sind im Kakao enthaltene potenziell gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe, die als starke Antioxidantien eine positive Wirkung auf Zellen und Herz-Kreislauf-System haben. Sie können entzündungshemmend wirken und das Immunsystem unterstützen. Das koffeinähnliche Alkaloid Theobromin hat etwa entwässernde Wirkung, erweitert die Gefäße und wirkt leicht anregend.


All diese positiven Wirkungen bewegen sich allerdings in sehr niedrigem Bereich. Damit sie wirklich relevant werden, müsste man so viel Schokolade essen, dass die damit verbundenen negativen Auswirkungen die positiven deutlich überwiegen würden. Als Medizin kommt Schokolade also definitiv nicht in Frage.

Macht Schokolade glücklich?

Kakao enthält Tryptophan, das dank des Zuckers in der Schokolade von unserem Körper ins Glückshormon Serotonin umgewandelt wird. Das allerdings in so geringem Ausmaß, dass beim Naschen normaler Mengen Schokolade nicht wirklich von einer serotoninbedingten Stimmungsbesserung auszugehen ist.
Wieder anders verhält es sich mit unserem Gehirn. Schokolade wird oft mit positiven Erlebnissen aus der Kindheit verbunden und führt daher zu positiven Emotionen. Auch das Geschmackserlebnis an sich, der Schmelzprozess im Mund mit all den sich dabei entfaltenden Aromen, kann glücklich machen. Last not least aktivieren die großen Mengen an Zucker und Fett in Schokolade das Belohnungszentrum in unserem Gehirn.

Der Schokolade abschwören?

Wie für beinahe jedes Lebensmittel gilt auch bei Schokolade: Die Menge macht es aus.
Im Gegensatz zu Gemüse, Obst oder auch Nüssen ist Schokolade ein hochverarbeitetes Lebensmittel. Das heißt, dass in jeder einzelnen Rippe neben den Inhaltsstoffen der Kakaobohne auch noch jede Menge Zucker und Fett stecken. Mit mehr als 500 kcal pro 100 g hat sie eine wirklich hohe Energiedichte und liefert sehr viele bzw. zu viele Kalorien.
Wer keine medizinische Indikation hat, die generellen Verzicht erfordert, sollte die Schokolade daher als das betrachten, was sie ist: ein Genussmittel. Und Genuss tut nur in kleinen Maßen genossen gut.

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Tipps für den Alltag mit Prothese

Tipps für den Alltag mit Prothese

Der Verlust der Ersten macht stolz, der Verlust der Zweiten macht vor
allem Angst. Das muss allerdings nicht sein! Denn bei Beachtung einiger grundlegender Verhaltensregeln stellt die Verwendung einer Prothese keine Beeinträchtigung des Alltags dar, sondern kann Lebensqualität und Selbstbewusstsein sogar deutlich verbessern.

Wie gewöhne ich mich an meine Dritten?

  • Damit Mund, Kiefer, Zunge und Wangen sich an eine neue Prothese gewöhnen, kann diese rund um die Uhr getragen werden, also auch nachts. Wenn sie allerdings beim Schlafen stört, sollte man sie herausnehmen und gemäß der entsprechenden zahnärztlichen Empfehlung sicher lagern.
  • Anfangs wird die Prothese meist als Fremdkörper empfunden, der vor allem beim Sprechen Probleme bereiten kann. Das Gefühl, mit der Zunge an den Dritten anzustoßen, kann dazu führen, dass man ein Lautes Aussprechen schwieriger Wörter oder gängiger Zungenbrecher verkürzt die Gewöhnungsphase an den Fremdkörper in Ihrem Mund und normalisiert Ihre Aussprache.
  • Anfangs sollte man klebrige, harte oder auch sehr heiße Speisen vermeiden. Mit entsprechender Übung ist aber alles wieder ohne Problem und mit Genuss essbar.
  • Eine gut sitzende Prothese wackelt nicht. Und dauerhafte Druckstellen, Rötungen oder sogar Schmerzen sind eindeutige Hinweise, dass die Prothese angepasst werden muss. Wenden Sie sich daher bei Beschwerden dieser Art unbedingt umgehend an Ihren Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin. In solchen Fällen wird Ihre Prothese einfach entsprechend angepasst, bis sie gut sitzt und Ihr allgemeines Wohlbefinden nicht weiter beeinträchtigt wird.

Wie pflege ich meine Dritten?

  • Auf den Dritten sammeln sich ebenso wie auf den eigenen Zähnen Zahnstein und Bakterien, die Mundgeruch oder Entzündungen hervorrufen können. Sie sollten Ihre Prothese daher zwei bis drei Mal täglich gründlich reinigen.
  • Eine einfache Handbürste ist neben einem Prothesenreinigungsmittel wichtigstes Werkzeug bei der Pflege Ihrer Prothese. Damit kann entsprechender Druck ausgeübt werden. Achten Sie auch auf gründliche Reinigung der Zwischenräume.
  • Herkömmliche Zahnpasta wurde für die Pflege der ersten und zweiten Zähne entwickelt, nicht für die hygienische Reinigung einer Prothese. Auf Prothesen kann sie raue Stellen verursachen.
  • Sollten Sie das Prothesenreinigungsmittel einmal nicht zur Hand haben, können sie die Prothese auch mit einem gering dosierten Spritzer unparfümiertem, geschmacksneutralem und hautschonendem Spülmittel reinigen. Wichtig: Nach der Reinigung gründlich mit lauwarmem Wasser abspülen.
  • Nach Entfernen der Prothese sollten Sie auch Ihren Mundraum pflegen. Säubern Sie Schleimhaut, Zunge und Gaumen täglich mit einer Mundspüllösung.

Was sollten Sie auf keinen Fall tun?

  • Reinigen Sie Ihre Dritten nie mit heißem Wasser und kochen Sie sie auf keinen Fall ab! Prothesen bestehen meist aus Kunststoffen, deren Materialstruktur von heißem Wasser angegriffen wird. Schon bei Temperaturen ab 60 °C können sie sich verformen.
  • Verwenden Sie keine Haushaltsreiniger, Säuren oder sonstige Chemikalien, um Ihre Prothese zu reinigen.
  • Sollte Ihre Prothese einmal „aus dem Leim gehen“ – auf keinen Fall zur Selbsthilfe greifen und kleben! An Ihre Prothese sollten Sie ebenso wie an Ihre Zähne nur Profis lassen!

Abschließend noch etwas, das gerne vergessen wird: Neben Ihren Dritten benötigt auch Ihr Mund- und Rachenraum weiterhin professionelle Pflege und Betreuung.
Zwei Zahnarztbesuche pro Jahr sollten daher auch zum Standardprogramm gehören, wenn Sie mit Prothese unterwegs sind. Nur so können mögliche Unverträglichkeiten gegen Kunststoff, die sich in Form von Bläschen in der Schleimhaut äußern, rechtzeitig festgestellt und behandelt werden.

Ganz abgesehen davon sollte auch der Sitz Ihrer Dritten regelmäßig überprüft werden. Kiefer verändern sich im Laufe der Zeit – je früher eine solche Veränderung diagnostiziert wird, umso problemloser gestaltet sich die Anpassung Ihrer Prothese und der weitere reibungsfreie Alltag mit Ihren Dritten

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Spurenelemente & Vitamine fürs Wohlbefinden?

Spurenelemente & Vitamine fürs Wohlbefinden?

Im Supermarkt, in der Drogerie und auch in der Apotheke: Überall werden heute verschiedene Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Jede Menge Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, meistens in Tablettenform oder als Kapseln. Aber brauchen wir diese tatsächlich?

Zuerst einmal ist wichtig zu wissen, dass Nahrungsergänzungsmittel keine Medikamente sind. Sie gelten rechtlich als Lebensmittel. Das heißt, sie sollen die Ernährung ergänzen, keine Krankheiten heilen oder lindern.
Wer sich ausgewogen ernährt, braucht üblicherweise keine zusätzlichen Präparate. Es gibt allerdings einige Ausnahmen, bei denen solche sehr wohl Sinn machen, zum Beispiel bei Menschen mit geringem Appetit, Personen mit sehr einseitiger Ernährung oder Menschen mit chronischen Erkrankungen, wie Diabetes mellitus.

Nahrungsergänzung bei Diabetes mellitus

Bei Personen mit Diabetes mellitus kommt es häufig zu einem Mangel an bestimmten wasserlöslichen Vitaminen. Grund dafür ist der durch den erhöhten Blutzuckerspiegel ausgelöste gesteigerte Harndrang. Besonders davon betroffen sind Vitamin C, das für den Zellschutz wichtige Vitamin E sowie die für Nerven, Blutbildung und Stoffwechsel wichtigen Vitamine B12, B6 und Folsäure. Gezielte Nahrungsergänzung kann hier helfen, allerdings nur nach vorheriger ärztlicher Abklärung.

Vitamin D – vor allem Thema im Herbst und Winter

Auch auf das „Sonnenhormon“ Vitamin D sollten alle, aber besonders Personen mit Diabetes mellitus achten.
In unseren Breitengraden ist ein Mangel nicht ungewöhnlich. Wir nehmen Vitamin D nämlich nicht durch die Nahrung auf, sondern stellen es selbst her. Allerdings muss dafür Sonnenlicht auf unsere Haut treffen. In den dunkleren Herbst- und Wintermonaten, in denen man noch dazu häufig weniger Bewegung im Freien macht, kann hier schnell ein Mangel entstehen.
Unzureichende Vitamin-D-Versorgung kann den Knochenabbau beschleunigen und das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche erhöhen. Zudem beeinflusst ein Vitamin-D-Mangel auch den Zuckerhaushalt negativ. Denn Vitamin D unterstützt die Insulinproduktion und trägt dadurch zur Blutzuckerregulation bei. Daher kann sich ein Vitamin-D-Mangel bei Diabetiker:innen auch besonders negativ auswirken.

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Altersdiabetes erkennen & aktiv vorbeugen

Altersdiabetes erkennen & aktiv vorbeugen

Rund 720.000 Menschen leiden in Österreich an Diabetes-Typ-2. Nachdem die Erkrankung meist in der zweiten Lebenshälfte auftritt, wird sie oft auch als Altersdiabetes bezeichnet. Die Stoffwechselerkrankung entwickelt sich schleichend und wird oft erst spät bemerkt. Das ist umso gefährlicher, als schwerwiegende Folgen für Organe, Blutgefäße und Nerven drohen: Rund 10.000 Menschen sterben in Österreich jährlich an den Folgen von Diabetes.

Was passiert im Körper?

Unser Körper braucht das Hormon Insulin, um den Zucker aus der Nahrung als Energiequelle nutzen zu können. Bei Typ-2-Diabetes reagieren die Körperzellen nicht mehr richtig auf das freigesetzte Insulin. Wird dann noch zu wenig davon ausgeschüttet, gelangt der Zucker nicht in die Körperzellen und bleibt im Blut, was zu erhöhten Blutzuckerwerten führt.
Folgeerkrankungen eines dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegels sind Durchblutungsstörungen, Nervenschäden, Sehprobleme, Herzinfarkt, Niereninsuffizienz und Schlaganfall.

Wer ist betroffen?

Obwohl die Krankheit meistens in einem Alter ab 50 Jahren auftritt, erkranken zunehmend auch junge Menschen. Neben erblicher Veranlagung, hormonellen Veränderungen und bestimmten Medikamenten ist vor allem ein Risikofaktor dafür verantwortlich: ein ungesunder Lebensstil.
Bewegungsmangel, Stress, ungesunde Ernährung, Übergewicht, hohe Blutfettwerte, Bluthochdruck oder auch Rauchen gehören zu typischen Auslösern für Diabetes-Typ-2.

Wie kann man aktiv vorsorgen?

In allem Übel liegt auch Gutes: Nachdem der Lebensstil so wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung von Typ-2-Diabetes hat, kann eine Umstellung alltäglicher Gewohnheiten das Erkrankungsrisiko erheblich senken bzw. die Krankheit in frühen Stadien sogar zurückdrängen.

  • Ballaststoffreiche Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen. Greifen Sie daher so oft als möglich zu Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten. Als Orientierungshilfe bietet sich die Mittelmeerkost an: Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem frische, unverarbeitete Lebensmittel, pflanzliche Vielfalt und gesunde Fette, nur selten gibt es rotes Fleisch, verarbeitete Lebensmittel, wie Wurst oder Fertiggerichte, Süßigkeiten und Weißmehlprodukte.
  • Versorgen Sie Ihren Körper mit ausreichend Flüssigkeit! Um die 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee sollten Erwachsene täglich trinken. Softdrinks oder Alkohol sollten eine Ausnahme bilden.
  • Schon 30 Minuten Bewegung täglich helfen, das Erkrankungsrisiko zu senken. Je mehr, umso besser. Am besten fängt man mit kleinen Spaziergängen an oder lässt den Aufzug mal links liegen. Bewegung in der Natur hilft außerdem, Körper und Geist zu entlasten und Stress zu reduzieren. Und sie sorgt für einen besseren, gesünderen Schlaf.

Neben einem gesunden Lebensstil sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen und ein achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper und den Warnsignalen, die dieser schickt, die beste Vorsorge gegen Altersdiabetes und für Lebensqualität.

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Medikamente & Mahlzeiten

Medikamente & Mahlzeiten

Wer schon einmal einen Beipackzettel gelesen hat, weiß, dass es bei Medikamenten einiges zu beachten gibt. Neben der Art der Einnahme, potenziellen Nebenwirkungen und der richtigen Lagerung gibt es allerdings noch einen weiteren Faktor, der oft vergessen wird, aber beachtet werden sollte: die Nahrungsmittel, die man gemeinsam mit
Medikamenten zu sich nimmt.

Sind Ernährung und Medikament nicht aufeinander abgestimmt, ist es möglich, dass eine sogenannte Arzneimittelwechselwirkung auftritt. Das bedeutet, dass die Wirkung eines Arzneimittels durch eine Substanz verstärkt oder vermindert wird. Manche Wechselwirkungen können hilfreich sein, in den meisten Fällen führen sie aber zu unerwünschten Nebenwirkungen.

Die Tasse Kaffee

Bei Arzneimitteln gegen Depression und auch einigen anderen Psychopharmaka vermindert Kaffee aufgrund der darin enthaltenen Gerbstoffe die Wirksamkeit und gefährdet dadurch den Therapieerfolg. Das gilt auch für schwarzen und grünen Tee. Wer seinen Schlaf schätzt, sollte außerdem nie Ciprofloxacin (ein Antibiotikum), Cimetidin (ein Magensäurehemmer) oder Prednison (ein Glukokortikoid/Kortison) mit Koffein kombinieren. Nach deren Einnahme kann der Körper das im Kaffee enthaltene Koffein nämlich schlechter verarbeiten: Der Kaffee wirkt länger und stärker, und es kann zu unangenehmem Herzrasen kommen.

Verbotene Frucht: Grapefruit

Ja, richtig gelesen: Wer Grapefruitsaft mit bestimmten Medikamenten mischt, tut seinem Körper nicht unbedingt etwas Gutes. Grapefruit lässt die Wirkung einiger Arzneimittel nämlich in die Höhe schießen oder verringert sie erheblich. Unter der Einwirkung von Grapefruitsaft können häufig auch Hautausschläge, Schwindel oder Kopfschmerzen auftreten.
Vermeiden sollte man Grapefruit zum Beispiel in Kombination mit Cholesterin- oder Blutdrucksenkern bzw. Herzmedikamenten. Ähnliche Effekte können auch bei Äpfeln, Orangen, Pomelos und Granatäpfeln auftreten.

Fetthaltiges Essen

Damit die Leber richtig arbeiten und unser Blut von unerwünschten Substanzen befreien kann, sollte sie bei der Einnahme von Medikamenten nicht mit fettigem Essen beschäftigt sein. Medikamente wie der Betablocker Propranolol können dann nämlich der ersten Leberkontrolle entgehen und stärker wirken als gewohnt. Auch die Wirkung von Blutdrucksenkern wird von fettigem Essen beeinflusst.

Milchprodukte

Milchprodukte enthalten Kalzium. Dieser Mineralstoff ist für die Knochen wichtig, mit einigen Arzneimitteln gemeinsam kann er allerdings im Magen schwerlösliche Verbindungen eingehen. In der Folge nimmt der Körper die Medikamente schlechter auf, sodass diese ihre Wirkung nicht voll entfalten können. Aufpassen sollte man bei Antibiotika, wie Ciprofloxacin, Norfloxacin und Doxycyclin, bei Osteoporosemitteln sowie Alendronsäure oder Risedron-säure und dem Schilddrüsenhormon L-Thyroxin.

Risiken und Nebenwirkungen

Medikamente wirken am besten, wenn sie richtig eingenommen werden. Wer gut informiert ist, kann Wechselwirkungen vermeiden. Es lohnt sich also jedenfalls, genau hinzuschauen und bei Ihrem Arzt oder Ihrer Apothekerin nachzufragen – für Ihre Gesundheit, Ihr Wohlbefinden und Ihre Lebensqualität.

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Großaufnahme einer Hand, die das schmerzhafte Handgelenk der anderen Hand umfasst.

Polyneuropathie – Wenn Nerven leiden

Großaufnahme einer Hand, die das schmerzhafte Handgelenk der anderen Hand umfasst.

Polyneuropathie – Wenn Nerven leiden

Taubheitsgefühl in den Händen, Kribbeln in den Füßen oder brennende Schmerzen in den Beinen – viele ältere Menschen kennen solche Beschwerden, ohne genau zu wissen, woher sie kommen. Häufig steckt eine sogenannte Polyneuropathie dahinter: eine Erkrankung der Nerven, die schleichend beginnt und den Alltag zunehmend beeinträchtigt.

Was ist Polyneuropathie?

Wörtlich bedeutet der Begriff Polyneuropathie „Erkrankung vieler Nerven“. Von dieser Erkrankung des peripheren Nervensystems sind vor allem die langen Nervenbahnen in den Armen und Beinen betroffen. Die Nerven leiten Reize, wie Berührungen, Temperatur oder auch Schmerz, nicht mehr richtig weiter. Betroffene spüren oft ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Füßen oder Händen.

Manche klagen auch über brennende oder stechende Schmerzen, die vor allem nachts auftreten. Andere merken, dass ihre Muskeln schwächer werden oder sie beim Gehen unsicher sind.
Nachdem sich die Beschwerden meist langsam entwickeln, bleibt die Krankheit oft lange unbemerkt. Im fortgeschrittenen Stadium kann es aber sogar zu Gleichgewichtsstörungen und Gehunfähigkeit kommen.

Ursachen und Risikofaktoren

Polyneuropathie kann viele verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten tritt sie im Zusammenhang mit Diabetes auf, vor allem wenn der Blutzucker über längere Zeit schlecht eingestellt ist. Auch ein Mangel an bestimmten Vitaminen, besonders Vitamin B12, kann die Nerven schädigen. Weitere Risikofaktoren sind Alkoholmissbrauch, Chemotherapie, Nierenfunktionsstörungen oder auch Infektionen. In manchen Fällen liegt eine erbliche Veranlagung vor, oft bleibt die genaue Ursache auch unklar.

Diabetische Polyneuropathie

Bei Menschen mit Diabetes kann ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel Poly-neuropathie verursachen. Die Blutgefäße, die die Nerven versorgen, werden verengt oder blockiert, sodass die Nerven nicht genug Nährstoffe erhalten. Diese Unterversorgung führt schließlich zu einer Schädigung der Nerven.
Diabetische Polyneuropathie äußert sich häufig in Taubheitsgefühlen und Kribbeln in den Füßen, brennenden Schmerzen – insbesondere in der Nacht –, einem verminderten Schmerzempfinden, wodurch Verletzungen oft unbemerkt bleiben, sowie in Muskelschwäche und einer dadurch bedingten Gangunsicherheit.

Weil Menschen mit Nervenschäden Schmerzen oder Druckstellen oft nicht bemerken, können auch kleine Verletzungen unbemerkt bleiben. Diese heilen dann schlecht und können sich leicht entzünden. Im schlimmsten Fall entwickeln sich daraus offene Wunden bin hin sogar zu so schweren Schäden, dass eine Amputation nötig wird.

Füße eines älteren Mannes

Diagnose und Behandlung

Um eine Polyneuropathie zu erkennen, führen Ärzt:innen zunächst ein ausführliches Gespräch über die Beschwerden und mögliche Vorerkrankungen, wie etwa Diabetes oder Vitaminmangel. Anschließend werden die Nervenfunktionen im ganzen Körper überprüft. Dazu gehören Tests des Berührungs- und Temperaturempfindens, der Muskelkraft und der Reflexe. Auch Gleichgewicht und Koordination können untersucht werden. Bei Bedarf folgen weiterführende Untersuchungen, wie die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit.

Therapieoptionen

Bei Polyneuropathie gibt es keine Heilung, es gibt aber Möglichkeiten zur Linderung der Symptome.
Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Ist zum Beispiel schlecht eingestellter Diabetes die Ursache, ist eine gute Blutzuckereinstellung besonders wichtig. Auch ein Mangel an Vitaminen kann gezielt behandelt werden.
Um die Beschwerden zu lindern, können Medikamente gegen Nervenschmerzen eingesetzt werden. Ergänzend helfen oft Krankengymnastik, Bewegungsübungen und spezielle Fußpflege, um das Gleichgewicht zu verbessern und Verletzungen zu vermeiden. Wichtig ist, die Nerven möglichst früh zu schützen und regelmäßig ärztlich kontrollieren zu lassen.

Hochtontherapie

Eine weitere Behandlungsoption ist die Hochtontherapie, bei der hochfrequente elektrische Impulse eingesetzt werden, um die Nerven zu stimulieren und die Beschwerden zu lindern.
Der Ablauf der Therapie ist einfach: An den betroffenen Körperstellen werden Elektroden angebracht, sodass die hochfrequenten Impulse tief ins Gewebe eindringen, direkt auf den Muskel einwirken und die Nervenaktivität
positiv beeinflussen können.

Viele Patient:innen berichten von einer spürbaren Erleichterung. Es empfiehlt sich, die Therapie in enger Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Therapeuten auszuprobieren, um herauszufinden, ob sie auch für
einen selbst eine gute Option ist.

Täglich aufs Neue …

Der Alltag bietet jede Menge Gelegenheit, um sich und seinen Nerven Gutes zu tun. Bequeme, gutsitzende Schuhe mit weicher Sohle schützen die Füße vor Druckstellen. Wer regelmäßig barfuß läuft, sollte besonders vorsichtig sein, um Verletzungen zu vermeiden. Tägliche Fußkontrolle hilft, kleine Wunden oder Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Bewegung, wie Spazierengehen, Radfahren oder leichte Gymnastik, regt die Durchblutung an und unterstützt die Nervenfunktion.

Hören Sie auf Ihren Körper und holen Sie sich rechtzeitig ärztlichen Rat, wenn sich etwas verändert. Polyneuropathie ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Aber eine frühzeitige Diagnose und gezielte Maßnahmen können helfen, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten.

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Header-Artikel: Innenansicht von Passagieren und Kabinenpersonal in einem Flugzeug

Reiserisiko Thrombose

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Reiserisiko Thrombose

Zeit für eine Auszeit? Bevor man im Urlaub Neues entdecken oder auch einfach nur entspannen kann, steht oft eine längere Reise mit Auto, Bahn oder Flugzeug an. Das lange Sitzen birgt das Risiko einer Thrombose.

Thromben sind Blutgerinnsel, die sich in Gefäßen bilden. In wenigen Stunden kann ein kleines Gerinnsel zu einem Blutpfropfen heranwachsen und die Adern verstopfen – am häufigsten geschieht so etwas in den Venen der Beine. Meist entstehen dadurch keine Beschwerden; wenn überhaupt, bemerken die Betroffenen leichte ziehende Schmerzen in der Wade, ein Spannungsgefühl oder „schwere Beine“. Problematisch wird die Sache, wenn sich der Thrombus löst und über den Blutkreislauf in die Lunge wandert. Das kann zu einer lebensgefährlichen Durchblutungsstörung führen, einer sogenannten Lungenembolie. Seltener sind auch andere Organe, wie Herz oder Hirn, betroffen.

Thrombose – ein reines Economy- Class-Syndrom?

Reisethrombosen werden vor allem mit Flugreisen in Verbindung gebracht. Durch den stark erhöhten Luftdruck in der Kabine dehnen sich die Venen aus, wodurch der Blutfluss langsamer wird und das Gerinnungsrisiko steigt. Auch die geringe Luftfeuchtigkeit in Flugzeugen sorgt für „dickes Blut“, da der Körper generell Flüssigkeit verliert. Dazu kommt das lange Sitzen mit abgewinkelten Beinen in den engen Sitzreihen der Flugzeuge, das den Blutfluss zusätzlich behindert.

Tatsächlich ist das Thromboserisiko bei längeren Aufofahrten allerdings nur unwesentlich geringer als im Flugzeug. Denn ausschlaggebend ist das Sitzen, nicht das Verkehrsmittel, in dem man sitzt. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass die Verhältnisse im Auto meist weniger beengt sind und man jederzeit Pausen einlegen kann, um Bewegung zu machen. Auch Computer-Thrombosen, bedingt durch stundenlanges Sitzen vor dem Computer, sind in der Medizin mittlerweile ein Begriff. Der Knackpunkt für Thrombosen ist immer langes unbewegtes Sitzen gepaart mit bestimmten Risikofaktoren.

Risikogruppen

Ein hohes Thromboserisiko besteht bei Personen, die bereits eine Thrombose oder Lungenembolie erlitten haben, auch bei Fällen im Verwandtenkreis ist erhöhte Vorsicht geboten.
Ebenso gefährdet sind Menschen mit Herzschwäche, Tumoren und Gipsverbänden am Bein.
Sonstige bekannte Risikofaktoren sind entzündliche Darmerkrankungen, Krampfadern sowie Beinlähmungen. Hat man binnen sechs Wochen vor der geplanten Reise einen Herzinfarkt oder eine Beinverletzung erlitten, wirkt sich dies ebenfalls risikoerhöhend aus. Allgemein erhöhte Thrombosegefahr besteht darüber hinaus für RaucherInnen, Übergewichtige, Frauen während und kurz nach der Schwangerschaft sowie generell für Menschen über 50.

Auf Warnsignale achten

Statistisch gesehen ist das Risiko einer Reisethrombose gering. Fluggesellschaften gehen von etwa ein bis zwei Fällen pro 10.000 Reisenden aus. Dennoch sollten Kribbeln oder Schmerzen in den Beinen bei langen Reisen unbedingt als Warnsignale wahrgenommen werden. Gymnastik hilft zwar beim Lösen kleiner Thromben, halten die Symptome nach der Reise an, sollte aber umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
Atemnot, plötzliche Brustschmerzen und Beklemmungsgefühl sind kritische Zeichen einer Embolie, bei denen sofort Hilfe gesucht werden muss. Da Thrombosen mitunter langsam durch den Körper wandern, können sie auch erst Tage oder sogar Wochen nach einer Reise auftreten.

Tipps zur Thrombosevermeidung

  • Ausreichend Flüssigkeitszufuhr Ein bis zwei Gläser Wasser pro Stunde sind ein guter Richtwert. Alkohol sollte nicht konsumiert werden, da dieser zu Flüssigkeitsverlust führt.
  • Bewegung Im Flugzeug oder Zug sollte man so oft wie möglich kurze Sitzpausen einlegen, bei denen man zumindest einige Schritte macht. Für längere Autofahrten empfiehlt es sich, etwa alle 90 bis 120 Minuten eine kleine Pause einzulegen, in der die Beine bewegt werden. Als effektive Übung im Sitzen hilft die „Wadenpumpe“, das Blut aus den Beinen zu transportieren: die Füße dafür flach auf den Boden stellen, abwechselnd Fersen und Zehen heben und wieder auf den Boden drücken.
  • Sitzposition wechseln Die Sitzposition sollte regelmäßig gewechselt werden. Übereinandergeschlagene Beine sind zu vermeiden, insbesondere beim Schlafen.
  • Kompressionstrümpfe Angehörige einer Risikogruppe sollten Kompressionsstrümpfe tragen. Diese verengen die Adern vor allem im Fesselbereich und unterstützen die Venenklappen, sodass der Rückfluss des Blutes verbessert wird.
  • Medikamentöse Vorbeugung ÄrztInnen können vor Reiseantritt ein blutverdünnendes Medikament injizieren. Nach ärztlicher Anweisung ist auch die Selbstanwendung möglich.

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