Puzzeln lohnt sich im Alter

Puzzeln kann gleichzeitig entspannen und das Hirn anregen. Ob allein oder zu zweit, alt oder jung – Puzzlefans schaffen Ordnung aus Chaos, und das sowohl am Tisch als auch im Kopf.

Woher kommt das Puzzle?

Der Begriff kommt vom englischen Verb „to puzzle“, was übersetzt „verwirren“, „grübeln“ oder auch „knobeln“ bedeutet.
Das Legespiel mit dem Ziel, die Puzzleteile wieder zu etwas Ganzem zusammenzusetzen, heißt auf Englisch „jigsaw puzzle“, also „Laubsägen-Rätsel“. Das verrät schon einiges über seine Herkunft. Denn im 18. Jahrhundert klebte der Kupferstecher John Spilsbury eine Landkarte von Großbritannien auf ein Holzbrett und zersägte dieses anschließend entlang der Grenzlinien verschiedener Grafschaften. Das derart entstandene Legespiel verkaufte er als Lehrmittel für den Geographieunterricht – damit war der Grundstein für das uns vertraute Puzzlespiel gelegt.

Im 20. Jahrhundert begann die Massenproduktion von Puzzles mit Stanzmaschinen. Die Spiele wurden preiswerter und damit auch populärer.

Heute sind Puzzles aus Kinderzimmern und auch vielen Erwachsenenhaushalten nicht mehr wegzudenken. Das klassische Puzzle ist allerdings nur noch eine Möglichkeit von vielen, um dem Spaß beim Finden der passenden Teile nachzugehen. Wer in die Puzzle-Welt eintaucht, hat die Qual der Wahl. Lieber ein 3D-Puzzle, bei dem man ein dreidimensionales Objekt zusammensetzt? Oder ein „Shmuzzle“, bei dem alle Teile die gleiche Form haben, aber trotzdem richtig zusammengesetzt werden müssen? Für alle, die nicht genug Platz haben, gibt es mittlerweile sogar Online-Puzzles.

Gut fürs Gehirn

Unser Gehirn liebt es, gefordert zu werden. Intensive Nutzung wie beim Puzzeln steigert seine Leistungsfähigkeit. Wir erfassen jedes Teil, merken uns dessen Eigenschaften und verbinden diese mit den passenden Eigenschaften anderer Teile – so trainieren wir Kurzzeitgedächtnis und Konzentration.
Sie fragen sich, ob so viel Gehirnakrobatik entspannend sein kann? Ja – kann sie! Denn Puzzeln versetzt uns in einen meditativen Zustand. Wir nehmen uns aktiv Zeit für uns, konzentrieren uns auf ein Motiv und können den Stress der Außenwelt für diese Momente ausblenden. Und jedes Mal, wenn wir einen Teil an den richtigen Platz gesetzt haben, feiert das Gehirn diesen kleinen Erfolg mit einem Dopamin-Kick – derhebt die Laune und motiviert zum Weitermachen.

Puzzeln in Gesellschaft?

Wer sich in Österreich mit anderen Puzzle-Begeisterten zusammentun möchte, kann Teil des Puzzlevereins werden. Hier kommen Puzzler:innen bei Puzzle-Treffen oder zum Puzzle-Tauschen (Puzzle-Swap) zusammen. Außerdem gibt es über den Verein auch jede Menge Informationen zu aktuellen Puzzle-Events und Meisterschaften. (https://puzzleverein.at)
In Wien findet außerdem einmal monatlich ein Puzzle-Treff vom Vienna Jigsaw Puzzle Club statt, bei dem im 3. Bezirk gemeinsam gepuzzelt und getauscht wird. (www.viennapuzzleclub.at)

Tipps für Einsteiger:innen

  • Wählen Sie ein Motiv, das Ihnen wirklich gefällt, zum Beispiel ein Puzzle aus einem eigenen Foto. Wichtig ist, dass es abwechslungsreich ist: Viele Teile gleicher Farbe erschweren das Puzzeln.
  • Beginnen Sie mit dem Sortieren der Eck- und Randsteine. Anschließend können Sie mit Hilfe der Vorlage auffällige Elemente zusammensetzen. Nach und nach entstehen so Bildfragmente, die sich am Ende zum Gesamtbild fügen.
  • Der wichtigste Tipp und oft die größte Herausforderung: Dranbleiben! Starten Sie mit einfachen Teilen und geben Sie nicht auf! So wird jedes Puzzle Stück für Stück zum Erfolgserlebnis mit tollen Nebenwirkungen für Konzentrationsfähigkeit und Kurzzeitgedächtnis.
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