Tipps für den Alltag mit Prothese

Der Verlust der Ersten macht stolz, der Verlust der Zweiten macht vor
allem Angst. Das muss allerdings nicht sein! Denn bei Beachtung einiger grundlegender Verhaltensregeln stellt die Verwendung einer Prothese keine Beeinträchtigung des Alltags dar, sondern kann Lebensqualität und Selbstbewusstsein sogar deutlich verbessern.

Wie gewöhne ich mich an meine Dritten?

  • Damit Mund, Kiefer, Zunge und Wangen sich an eine neue Prothese gewöhnen, kann diese rund um die Uhr getragen werden, also auch nachts. Wenn sie allerdings beim Schlafen stört, sollte man sie herausnehmen und gemäß der entsprechenden zahnärztlichen Empfehlung sicher lagern.
  • Anfangs wird die Prothese meist als Fremdkörper empfunden, der vor allem beim Sprechen Probleme bereiten kann. Das Gefühl, mit der Zunge an den Dritten anzustoßen, kann dazu führen, dass man ein Lautes Aussprechen schwieriger Wörter oder gängiger Zungenbrecher verkürzt die Gewöhnungsphase an den Fremdkörper in Ihrem Mund und normalisiert Ihre Aussprache.
  • Anfangs sollte man klebrige, harte oder auch sehr heiße Speisen vermeiden. Mit entsprechender Übung ist aber alles wieder ohne Problem und mit Genuss essbar.
  • Eine gut sitzende Prothese wackelt nicht. Und dauerhafte Druckstellen, Rötungen oder sogar Schmerzen sind eindeutige Hinweise, dass die Prothese angepasst werden muss. Wenden Sie sich daher bei Beschwerden dieser Art unbedingt umgehend an Ihren Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin. In solchen Fällen wird Ihre Prothese einfach entsprechend angepasst, bis sie gut sitzt und Ihr allgemeines Wohlbefinden nicht weiter beeinträchtigt wird.

Wie pflege ich meine Dritten?

  • Auf den Dritten sammeln sich ebenso wie auf den eigenen Zähnen Zahnstein und Bakterien, die Mundgeruch oder Entzündungen hervorrufen können. Sie sollten Ihre Prothese daher zwei bis drei Mal täglich gründlich reinigen.
  • Eine einfache Handbürste ist neben einem Prothesenreinigungsmittel wichtigstes Werkzeug bei der Pflege Ihrer Prothese. Damit kann entsprechender Druck ausgeübt werden. Achten Sie auch auf gründliche Reinigung der Zwischenräume.
  • Herkömmliche Zahnpasta wurde für die Pflege der ersten und zweiten Zähne entwickelt, nicht für die hygienische Reinigung einer Prothese. Auf Prothesen kann sie raue Stellen verursachen.
  • Sollten Sie das Prothesenreinigungsmittel einmal nicht zur Hand haben, können sie die Prothese auch mit einem gering dosierten Spritzer unparfümiertem, geschmacksneutralem und hautschonendem Spülmittel reinigen. Wichtig: Nach der Reinigung gründlich mit lauwarmem Wasser abspülen.
  • Nach Entfernen der Prothese sollten Sie auch Ihren Mundraum pflegen. Säubern Sie Schleimhaut, Zunge und Gaumen täglich mit einer Mundspüllösung.

Was sollten Sie auf keinen Fall tun?

  • Reinigen Sie Ihre Dritten nie mit heißem Wasser und kochen Sie sie auf keinen Fall ab! Prothesen bestehen meist aus Kunststoffen, deren Materialstruktur von heißem Wasser angegriffen wird. Schon bei Temperaturen ab 60 °C können sie sich verformen.
  • Verwenden Sie keine Haushaltsreiniger, Säuren oder sonstige Chemikalien, um Ihre Prothese zu reinigen.
  • Sollte Ihre Prothese einmal „aus dem Leim gehen“ – auf keinen Fall zur Selbsthilfe greifen und kleben! An Ihre Prothese sollten Sie ebenso wie an Ihre Zähne nur Profis lassen!

Abschließend noch etwas, das gerne vergessen wird: Neben Ihren Dritten benötigt auch Ihr Mund- und Rachenraum weiterhin professionelle Pflege und Betreuung.
Zwei Zahnarztbesuche pro Jahr sollten daher auch zum Standardprogramm gehören, wenn Sie mit Prothese unterwegs sind. Nur so können mögliche Unverträglichkeiten gegen Kunststoff, die sich in Form von Bläschen in der Schleimhaut äußern, rechtzeitig festgestellt und behandelt werden.

Ganz abgesehen davon sollte auch der Sitz Ihrer Dritten regelmäßig überprüft werden. Kiefer verändern sich im Laufe der Zeit – je früher eine solche Veränderung diagnostiziert wird, umso problemloser gestaltet sich die Anpassung Ihrer Prothese und der weitere reibungsfreie Alltag mit Ihren Dritten

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