
Medikamente & Mahlzeiten
Wer schon einmal einen Beipackzettel gelesen hat, weiß, dass es bei Medika-menten einiges zu beachten gibt. Neben der Art der Einnahme, potenziellen Nebenwirkungen und der richtigen Lagerung gibt es allerdings noch einen weiteren Faktor, der oft vergessen wird, aber beachtet werden sollte: die Nahrungsmittel, die man gemeinsam mit
Medikamenten zu sich nimmt.
Sind Ernährung und Medikament nicht aufeinander abgestimmt, ist es möglich, dass eine sogenannte Arzneimittelwechselwirkung auftritt. Das bedeutet, dass die Wirkung eines Arzneimittels durch eine Substanz verstärkt oder vermindert wird. Manche Wechselwirkungen können hilfreich sein, in den meisten Fällen führen sie aber zu unerwünschten Nebenwirkungen.
Die Tasse Kaffee
Bei Arzneimitteln gegen Depression und auch einigen anderen Psychopharmaka vermindert Kaffee aufgrund der darin enthaltenen Gerbstoffe die Wirksamkeit und gefährdet dadurch den Therapieerfolg. Das gilt auch für schwarzen und grünen Tee. Wer seinen Schlaf schätzt, sollte außerdem nie Ciprofloxacin (ein Antibiotikum), Cimetidin (ein Magensäurehemmer) oder Prednison (ein Glukokortikoid/Kortison) mit Koffein kombinieren. Nach deren Einnahme kann der Körper das im Kaffee enthaltene Koffein nämlich schlechter verarbeiten: Der Kaffee wirkt länger und stärker, und es kann zu unangenehmem Herzrasen kommen.
Verbotene Frucht: Grapefruit
Ja, richtig gelesen: Wer Grapefruitsaft mit bestimmten Medikamenten mischt, tut seinem Körper nicht unbedingt etwas Gutes. Grapefruit lässt die Wirkung einiger Arzneimittel nämlich in die Höhe schießen oder verringert sie erheblich. Unter der Einwirkung von Grapefruitsaft können häufig auch Hautausschläge, Schwindel oder Kopfschmerzen auftreten.
Vermeiden sollte man Grapefruit zum Beispiel in Kombination mit Cholesterin- oder Blutdrucksenkern bzw. Herzmedikamenten. Ähnliche Effekte können auch bei Äpfeln, Orangen, Pomelos und Granatäpfeln auftreten.
Fetthaltiges Essen
Damit die Leber richtig arbeiten und unser Blut von unerwünschten Substanzen befreien kann, sollte sie bei der Einnahme von Medikamenten nicht mit fettigem Essen beschäftigt sein. Medikamente wie der Betablocker Propranolol können dann nämlich der ersten Leberkontrolle entgehen und stärker wirken als gewohnt. Auch die Wirkung von Blutdrucksenkern wird von fettigem Essen beeinflusst.
Milchprodukte
Milchprodukte enthalten Kalzium. Dieser Mineralstoff ist für die Knochen wichtig, mit einigen Arzneimitteln gemeinsam kann er allerdings im Magen schwerlösliche Verbindungen eingehen. In der Folge nimmt der Körper die Medikamente schlechter auf, sodass diese ihre Wirkung nicht voll entfalten können. Aufpassen sollte man bei Antibiotika, wie Ciprofloxacin, Norfloxacin und Doxycyclin, bei Osteoporosemitteln sowie Alendronsäure oder Risedron-säure und dem Schilddrüsenhormon L-Thyroxin.
Risiken und Nebenwirkungen
Medikamente wirken am besten, wenn sie richtig eingenommen werden. Wer gut informiert ist, kann Wechselwirkungen vermeiden. Es lohnt sich also jedenfalls, genau hinzuschauen und bei Ihrem Arzt oder Ihrer Apothekerin nachzufragen – für Ihre Gesundheit, Ihr Wohlbefinden und Ihre Lebensqualität.

Eine absolute Schnapsidee – Alkohol und Medikamente
Alkohol sollte in Kombination mit Medikamenten jedenfalls tabu sein. Viele Medikamente erhöhen in Kombination mit Alkohol ihre sedierenden Eigenschaften: Benzodiazepine, Antidepressiva, Barbiturate, Antihistaminika und Opiate sind nur einige auf einer langen Liste. Bei gleichzeitiger Einnahme erhöht sich das Risiko für Störungen des Bewegungsapparates, Schläfrigkeit und Atemdepression. Das führt in der Folge zu Stürzen, Unfällen und Verletzungen. Die Kombination von Alkohol und Paracetamol kann außerdem die Leber stark schädigen.
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