
Gefahrenzone Badezimmer!
Aufgrund der besonderen Gegebenheiten kann das Badezimmer für jeden zur Falle werden: Die feuchtwarme Raumluft macht nicht nur glatte Fliesenböden rutschig, sie kann auch dazu führen, dass der Kreislauf schlappmacht. Für Menschen, die auf Gehhilfen angewiesen sind, kommen oft auch noch beengte Raumverhältnisse erschwerend hinzu.
Das ist allerdings kein Grund, das Bad zur Sperrzone zu erklären! Schon mit einfachen Maßnahmen kann man es sicherer machen und die Lebensqualität in den eigenen vier Wänden spürbar erhöhen.
Achtung: Rutschgefahr!
Nassräume tragen ihren Namen nicht zufällig. Und wo es feucht-nass ist, ist es auch rutschig.
Die glatten Oberflächen in Kombination mit Wasser oder auch Cremes und Lotionen können zu Stürzen mit teils schwerwiegenden Folgen führen.
Rutschfeste Matten in und vor Dusche und Badewanne sowie auch vor dem Waschbecken sorgen für mehr Halt. Auch Haltegriffe an wichtigen Stellen, zum Beispiel in der Dusche oder zum Wannenein- und -ausstieg, geben zusätzliche Sicherheit.
Und auch beim Kauf der Hausschuhe sollte man nicht nur auf guten Halt, sondern auch auf rutschfeste Sohlen achten.
Oft vergessen, aber für die sichere Fortbewegung von grundsätzlicher Bedeutung ist Licht. Denn nur bei guter Beleuchtung können nasse, rutschige Stellen auch erkannt werden.
Wanne oder Duschtasse?
Insbesondere der Ausstieg nach einem Bad, das eigentlich zur Entspannung gedacht war, gehört für ältere Menschen zu den gefährlichsten Aktivitäten überhaupt.
Nicht nur, dass aus liegender Position aufgestanden werden muss, ist auch noch die Umgebung rutschig, der Kreislauf vom warmen Wasser mitgenommen, und der Badewannenrand, der oft selbst im trockenen Zustand eine nur schwer überwindbare Hürde darstellt, wird plötzlich zum unüberwindbaren Hindernis.
Sichere Alternative ist eine ebenerdige Dusche, in der ein zusätzlicher Klappsitz und Haltegriffe für Sicherheit sorgen, falls es einmal zu Schwindelgefühlen kommen sollte.
Wer sich von der Badewanne nicht trennen möchte oder kann, sollte versuchen, sie mit Hilfsmitteln sicherer zu machen: von Hockern für die Wanne über Treppchen bis hin zu regelrechten kleinen Badewannenliften gibt es einiges an Helfern. Einige Hersteller bieten sogar Badewannen mit Extra-Türen für den Ein- und Ausstieg an, die günstigste Variante sind auf richtiger Höhe platzierte stabile Haltegriffe.
Und last not least sollte darauf geachtet werden, dass das Wasser bei einem Wannenbad nicht zu heiß ist, und der Aufenthalt im warmen Nass nicht zu lange dauert, um den Kreislauf nicht an bzw. über seine Belastungsgrenze zu führen.
Mehr Sicherheit auch bei kleinem Geldbeutel
Wer nur über ein kleines Budget für etwaige Umbauten verfügt, sollte sich vor der Konsultation eines Installateurs zuerst einmal bei der täglichen Körperhygiene beobachten: Wo gibt es Unsicherheiten und wie könnten sie behoben werden?
Menschen, die auf Gehhilfen angewiesen sind, profitieren zum Beispiel oft mehr von einem erhöhten Waschtisch als von einem weiteren Haltegriff. Manchmal kann es auch schon helfen, Dinge des täglichen Gebrauchs nicht im Kasten unter dem Waschbecken aufzubewahren, sondern sie in einen Hängekasten über dem Waschbecken umzusiedeln.
Ehrlich zu sich selbst sein
Oberstes Gebot und Grundlage erfolgreicher Unfallvermeidung ist allerdings der ehrliche Umgang mit den eigenen Schwächen. Ein einmaliges Straucheln mag nicht viel bedeuten, kommt es aber häufiger vor, so ist es an der Zeit, für Sicherheitsvorkehrungen zu sorgen.
Hilfsmittel, wie ein Notfallarmband oder eine Notrufuhr, die Stürze erkennen und im Fall der Fälle auch gleich automatisch Hilfe anfordern, sind grundsätzlich immer eine gute Idee – nicht nur für mehr Sicherheit im Badezimmer.

Wichtig!
Die Badezimmertür sollte immer nach außen öffnen. Das vereinfacht nicht nur das Betreten und Verlassen des Raumes, sondern erleichtert Helfer:innen im Notfall auch den Zugang.

