
Wie lebt Österreich?
Gehören Sie zu jener Hälfte der Österreicher:innen, die in einer Partnerschaft leben? Oder leben Sie wie rund 1,6 Millionen Menschen allein?
Immer mehr und immer älter …
Aktuell leben rund 9,2 Millionen Menschen in Österreich. Laut Prognosen der Statistik Austria wird die Bevölkerung bis 2040 auf rund 9,4 Millionen Menschen anwachsen.
Ein besonders deutlicher Trend zeigt sich in der Altersstruktur. Die Gruppe der über 75-Jährigen ist stark am Zunehmen: Der Anteil wird bis 2040 von aktuell rund 10 % auf bis zu 14 % steigen. Bis 2050 könnte er sogar 16 % erreichen.
Immer mehr allein
Die aktuell 9,2 Millionen Menschen lebten 2025 in unterschiedlichsten Haushaltsstrukturen zusammen. Diese verändern sich ebenso wie Rollen- und Familienbilder kontinuierlich.
Der Anteil jener Personen, die in Partnerschaften leben, liegt seit 2004 konstant bei rund 50 %.
Aber während 2004 noch 14,6 % der Gesamtbevölkerung in Einpersonenhaushalten gelebt haben, waren es 20 Jahre später im Jahr 2024 schon ganze 17,8 %. In Zahlen macht das rund 1,6 Millionen Menschen, die allein leben, Tendenz nach wie vor steigend.
Die größte Zahl an Alleinlebenden gibt es bei den Über-64-Jährigen: nämlich rund 605.000 Menschen. In dieser Altersgruppe besonders auffällig ist der hohe Anteil an Frauen: Von den insgesamt rund 605.000 Alleinlebenden über 64 Jahren waren 2024 rund 425.000 weiblich. Das sind mehr als zwei Drittel.
Allein und einsam?
Allein zu leben, bedeutet nicht, dass man zwangsläufig auch einsam sein muss. Das Alleinleben erhöht allerdings das Risiko sozialer Isolation.
Laut Studien fühlt sich mehr als ein Viertel aller 18- bis 74-jährigen Menschen in Österreich zumindest zeitweise einsam. Das entspricht Schätzungen der WHO, wonach weltweit einer von drei älteren Menschen und eine:r von vier Heranwachsenden sozial isoliert sind, was meist auf dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren basiert. Zum Alleinleben gesellen sich da zum Beispiel noch gesundheitliche Einschränkungen, Armut, der Verlust geliebter Menschen oder auch negative soziale Erfahrungen.
Conclusio?
Menschen werden immer älter und leben immer häufiger allein. Mit zunehmendem Alter verändern sich aber auch zusehends die praktischen, sozialen und natürlich auch körperlichen Bedürfnisse.
Oft erscheint das Alleinleben plötzlich nicht mehr lebenswert: Sei es, weil man sich immer öfter einsam fühlt und nach mehr Sozialkontakten sehnt, oder weil man plötzlich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, ohne Unterstützung bei der Erledigung alltäglicher Aufgaben im eigenen Zuhause allein weiterzuleben. Ein geringes Monatsbudget mit wenig Spielraum für Ausgaben abseits der monatlichen Fixkosten kommt oft erschwerend hinzu.
Alternative Wohn- und Lebensformen auch für Menschen ab 75 Jahren gewinnen daher immer mehr an Bedeutung: von gemeinschaftlichen Wohnprojekten, wie Senioren-WGs, bis hin zu betreutem Wohnen.
Sie geben Menschen auch unter sich wandelnden Umständen die Möglichkeit, so lange wie möglich unabhängig und selbständig leben zu können und dabei weder auf die persönliche Lebensqualität, noch auf soziale Einbindung verzichten zu müssen.

